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Dein Charakter ist nicht fest genug: welche Sucht, überall dabeizusein! – Du willst unbedingt das Salz in allen Speisen sein … Sei nicht böse, wenn ich dir offen sage, dass du als Salz nicht taugst. Du bist nicht fähig, dich aufzulösen wie das Salz und unbemerkt zu bleiben.
Es fehlt dir an Opferbereitschaft. Dafür platzt du vor Neugier und Angeberei.
Wir wollen in dem armen gegenwärtigen Leben den Leidenskelch bis zum letzten Tropfen leeren. – Was bedeuten zehn, zwanzig oder fünfzig Jahre Leid … wenn dann die Herrlichkeit kommt, für immer, für immer … für immer?
Und vor allem – besser noch als der erwähnte Grund »propter retributionem« –, was macht es aus zu leiden, wenn man leidet, um Gott, unseren Herrn, zu trösten, um Ihm zu gefallen, im Geist der Sühne, eins mit Ihm am Kreuz, mit einem Wort: wenn man aus Liebe leidet? …
Die Welt bewundert nur das aufsehenerregende Opfer. Der Wert des stillen und schweigenden Opfers bleibt ihr verborgen.
Man muss sich ganz geben, man muss sich ganz verleugnen: das Opfer muss ein Brandopfer werden.
Du seiest … ein Nichts. – Andere hätten Wunder an Organisation, an Presse, an Propaganda geschaffen und schaffen sie noch immer. Sie hätten alle Hilfsmittel, während du keines hast? … Gut, denke an Ignatius: Unter den Doktoren von Alcalá ein Unwissender. – Unter den Studenten von Paris ein armer Hungerleider. – Verfolgt, verleumdet …
Das ist der Weg: liebe und glaube und … leide! Deine Liebe und dein Glaube und dein Kreuz sind unfehlbare Mittel, um die apostolische Sehnsucht, die du im Herzen trägst, zu verwirklichen und zu verewigen.
»Ideo omnia sustineo propter electos«, alles erdulde ich um der Auserwählten willen – »ut et ipsi salutem consequantur«, damit sie das Heil erlangen – »quae est in Christo Iesu«, das da ist in Christus Jesus.
So lebt man die Gemeinschaft der Heiligen!
Bitte den Herrn, dass Er dir diesen Geist des heiligen Paulus gebe.
Verlange nicht, dass sie dich »verstehen«. Dieses Unverständnis ist eine Fügung, damit dein Opfer verborgen bleibe.
»Man kann nicht Wurzel und Krone zugleich sein, wenn man nicht Saft, Geist, etwas innen Wirkendes ist.«
Dein Freund, der diese Worte schrieb, wusste um dein gutes Streben. – Und er zeigte dir den Weg: Diskretion, Opfer, Wirken im Inneren!
Du bist verpflichtet, für die Person und die Anliegen des Leiters in deinem Apostolat zu beten und Opfer zu bringen. Wenn du bei der Erfüllung dieser Pflicht nachlässig bist, möchte ich fast annehmen, es fehle dir an Überzeugung für deinen Weg.
Alleinsein, Getrenntsein: Prüfungen deiner Be-harrlichkeit. – Heilige Messe, Gebet, Sakramen-te, Opfer, Gemeinschaft der Heiligen: Waffen, um in der Prüfung zu siegen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/10633/ (08.05.2026)