Nur diese Aphorismen anzeigen
Du hast mir geschrieben: »Beten ist Sprechen mit Gott. Aber wovon?« – Wovon? Von Ihm und von dir, von Freude und Kummer, von Erfolgen und Misserfolgen, von hohen Zielen und alltäglichen Sorgen … Von deinen Schwächen! Danksagungen und Bitten. Lieben und Sühnen.
Kurz, Ihn erkennen und dich erkennen: Beisammen sein!
Du weißt, es gibt die »evangelischen Räte«. Sie zu befolgen, ist ein besonderer Ausdruck der Liebe. – Man sagt, das sei ein Weg für wenige. – Manchmal glaube ich, es könnte ein Weg für viele sein.
Du sprichst mir vom »heroischen« Sterben. – Glaubst du nicht, dass es »heroischer« ist, unbemerkt in einem guten Bett zu sterben wie ein braver Bürger … aber krank vor Liebe ?
Tut das alles aus Liebe. – Dann gibt es keine kleinen Dinge mehr, alles wird groß. – Beharrlichkeit in den kleinen Dingen, aus Liebe, ist Heroismus.
Eine Kleinigkeit, aus Liebe getan, wie wertvoll ist das!
Hast du nicht bemerkt, wie die menschliche Liebe in lauter »Kleinigkeiten« besteht? – Auch die göttliche Liebe besteht in lauter »Kleinigkeiten«.
Manchmal sind wir aufgelegt, kleine Kindereien zu begehen. – Das sind kleine Wunderwerke in den Augen Gottes. Sie sind fruchtbar, solange sich keine Routine einschleicht; denn die Liebe ist immer fruchtbar.
Man erzählt, dass jemand, der im Gebet zum Herrn sagte: »Jesus, ich liebe Dich«, vom Himmel die Antwort hörte: »In Werken lebt die Liebe und nicht in schönen Worten.«
Überleg, ob dieser liebevolle Vorwurf nicht vielleicht auch auf dich zutrifft.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/10776/ (08.05.2026)