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Du sagtest mir, wie gerne du dich mit dem jugendlichen Johannes aussprechen möchtest, damit er dir seinen Rat gebe und dich ansporne, die Reinheit des Herzens zu gewinnen.
Wenn du das wirklich willst, sag es ihm. Du wirst Mut fassen und Rat empfangen.
Die makellose Reinheit seines ganzen Lebens ließ Johannes unter dem Kreuz stark bleiben. – Die anderen Apostel flohen vor Golgotha: er bleibt, zusammen mit der Mutter Christi.
Vergiss nicht, dass die Reinheit den Charakter stark und männlich macht.
Du hast herzlich gelacht, als ich dir riet, deine jungen Jahre unter den Schutz des heiligen Raphael zu stellen: damit er dich wie den jungen Tobias zu einer heiligen Ehe führe – mit einer guten und hübschen und reichen Frau, sagte ich im Scherz.
Aber dann, wie nachdenklich wurdest du, als ich den Rat hinzufügte, dich auch unter den Schutz jenes jugendlichen Apostels Johannes zu stellen: für den Fall, dass der Herr mehr von dir verlangt.
Wenn ich dich nicht jene gesegnete Brüderlichkeit ausüben sehe, die ich dir unaufhörlich predige, muss ich dir die eindringlichen Worte des heiligen Johannes ins Gedächtnis rufen: »Filioli mei, non diligamus verbo neque lingua, sed opere et veritate.« Meine Kinder, lasst uns nicht dem Worte nach und mit der Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit.
Was dich wundert, scheint mir ganz natürlich. – Dass Gott dich beim Ausüben deines Berufes aufgesucht hat?
So suchte Er die Ersten auf: Petrus, Andreas, Johannes, Jakobus bei ihren Netzen; Matthäus an der Zollstelle …
Und, staune! Paulus mitten in seinen Bemühungen, die Saat der Christen auszurotten.
»Non manifeste, sed quasi in occulto«, nicht öffentlich, sondern insgeheim – so geht Jesus zum Laubhüttenfest.
So wird Er den Weg nach Emmaus mit Kleophas und seinem Begleiter gehen. – So sieht Ihn Maria Magdalena als Auferstandenen.
Und so erschien Er zum wunderbaren Fischfang, von dem uns Johannes berichtet: »Non tamen cognoverunt discipuli quia Iesus est«, die Jünger erkannten nicht, dass Er es war.
Noch verborgener, aus Liebe zu den Menschen, ist Er in der Hostie.
So wie es die Ordensleute der strengen Observanz zu wissen drängt, auf welche Weise die Ersten ihres Ordens oder ihrer Kongregation gelebt haben, um sich nach deren Lebensführung zu richten, so sollst du als ganzer Christ das Leben der Jünger kennen und nachahmen, jener, die mit Petrus und Paulus und Johannes zusammen waren und fast noch Zeugen des Todes und der Auferstehung des Meisters wurden.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/10891/ (08.05.2026)