Nur diese Aphorismen anzeigen
Wenn sie Zeugen deiner Schwächen und Armseligkeiten waren, warum dann nicht auch deiner Buße?
Vergiss nicht, vor dem Lehren kommt das Tun. »Coepit facere et docere«, sagt die Heilige Schrift von Christus. Er begann zu tun und zu lehren.
Zuerst das Tun. Dass du und ich daraus lernen.
Wenn Leute, die beruflich kein besonders großes Ansehen besitzen, sich bei religiösen Kundgebungen gar so sehr zur Spitze drängeln, ist es klar, dass ihr Lust verspürt, ihnen zuzuflüstern: »Würde es Ihnen etwas ausmachen, ein bisschen weniger katholisch zu sein?«
Wenn du ein öffentliches Amt bekleidest, hast du Rechte und Pflichten, die sich aus der Tätigkeit in dieser Stellung ergeben.
Du entfernst dich von deinem Weg als Apostel, wenn du aus Anlass oder unter dem Vorwand einer apostolischen Arbeit deine Amtspflichten unerfüllt lässt. Denn so verlierst du mir dein berufliches Ansehen, und gerade das ist dein »Angelhaken als Menschenfischer«.
»Das Milieu ist so stark!« sagtest du mir. Ich musste zugeben: ohne Zweifel. Deshalb muss eure Formung stark sein, damit ihr eure eigene Atmosphäre mit Natürlichkeit in eure Umgebung hineintragt und ihr »euren Ton« vermittelt.
Eigne dir diesen Geist gründlich an. Dann bin ich überzeugt, dass du mir mit der Verblüffung der Jünger, als sie die ersten von ihnen im Namen Christi vollbrachten Wunder sahen, sagen wirst: »Wie stark wir auf das Milieu einwirken!«
Für deine Umgebung bist du, Apostel, ein Stein, der in den See fällt. – Löse mit deinem Beispiel und Wort einen Kreis aus. Dieser erzeugt einen neuen, dieser wieder einen und noch einen … Jeder wird größer als der vorhergehende.
Begreifst du jetzt die Größe deiner Sendung?
Macht euch nichts daraus, wenn sie euch an euren Werken »erkennen«. – Das ist der Wohlgeruch Christi. – Darüber hinaus, wenn ihr immer ausschließlich für Ihn arbeitet, freut euch darüber, dass die Worte der Schrift in Erfüllung gehen: »Damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.«
Suche so zu leben, dass du freiwillig auf jene Bequemlichkeit und jenen Wohlstand verzichtest, die du an der Lebensweise eines anderen Mannes Gottes nicht gut fändest.
Bedenke, dass du das Weizenkorn bist, von dem das Evangelium spricht. – Wenn du nicht in die Erde fällst und stirbst, dann gibt es keine Frucht.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/11257/ (08.05.2026)