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Es genügt nicht, wenn du gelehrt und überdies ein guter Christ bist. – Wenn du nicht die schroffen Formen deines Charakters abschleifst, wenn du deinen Eifer und dein Wissen nicht mit guter Erziehung in Einklang bringst, sehe ich nicht, wie du heilig werden kannst. – Und magst du noch so gelehrt sein, man müsste dich an einer Krippe angebunden halten wie ein Maultier.
Mit deiner Überheblichkeit wirkst du lästig und unsympathisch, machst du dich lächerlich und, was schlimmer ist, nimmst du dir selbst die Wirksamkeit in deiner apostolischen Arbeit.
Bedenke, dass selbst ein Durchschnittsmensch allzuviel Gescheitheit an den Tag legen kann.
Deine Unerfahrenheit ist es, die dich zu dieser Eingenommenheit von dir selbst, zu dieser Eitelkeit und Wichtigtuerei verleitet.
Ändere dich, bitte. Trotz deiner Hohlköpfigkeit könntest du einen leitenden Posten bekommen (so etwas hat man ja mehr als einmal erlebt), und wenn du dann nicht um deine mangelnde Begabung weißt, wirst du nicht auf jene Menschen hören, die dir raten könnten. – Es macht einem Angst, an den Schaden zu denken, den deine Misswirtschaft anrichten könnte.
Wenn ich dich »gutes Kind« nenne, so glaube nicht, du erschienest mir schüchtern und verzagt. – Wenn du nicht männlich und … normal bist, dann bist du statt eines Apostels eine Karikatur, über die man lacht.
Du warst verblüfft darüber, dass ich die fehlende »Gleichförmigkeit« in diesem Apostolat, in dem du arbeitest, guthieß. Und ich sagte dir:
Einheit und Vielfalt. – Ihr müsst so verschieden sein wie die Heiligen im Himmel verschieden sind, denn jeder von ihnen hat seine besondere persönliche Note. – Darüber hinaus aber müsst ihr einander gleichen wie die Heiligen, die nicht heilig wären, wäre nicht jeder von ihnen eins mit Christus geworden.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/11636/ (26.04.2026)