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Du bemühst dich nur, deine Bildung zu erweitern. – Deine Seele sollst du erweitern. – Dann erst arbeitest du richtig, für Christus. Wenn Er in der Welt herrschen soll, braucht Er Menschen, die sich, mit dem Blick nach oben, vorbildlich allen menschlichen Tätigkeiten widmen und dort still und wirksam ein Apostolat des Berufes ausüben.
Offenbare nicht ohne Grund das Vertrauliche deines Apostolates. Siehst du nicht, dass die Welt voll egoistischer Verständnislosigkeit ist?
Immer Theater! – Du verlangst von mir Fotos, Tabellen, Statistiken.
Ich schicke dir dieses Material nicht, obwohl ich auch eine andere Einstellung hierzu durchaus berechtigt finde. Aber ich müsste sonst glauben, ich täte meine Arbeit, um auf Erden an ein Ziel zu kommen … und ich habe nur den Himmel als Ziel.
Leuchten wie ein Stern … Sehnsucht nach den Höhen und dem strahlenden Glanz des Himmels?
Besser: Brennen wie eine Fackel, im Verborgenen, alles in Brand stecken, was du berührst. – Das ist dein Apostolat, dazu bist du auf der Erde.
Hetzen, hetzen! … Schaffen, schaffen! … Fieberhafte Tätigkeit … Wunderbauten der Technik …
Übernatürlich gesehen: Attrappen, Pappmaché, bunte Kulissen … Hetzen! Schaffen! – Die Leute rennen: kommen und gehen.
Bei ihrer Arbeit sehen sie nur auf den gegenwärtigen Augenblick: sie leben nur dem Jetzt. – Du aber solltest die Dinge unter dem Gesichtswinkel der Ewigkeit sehen, das Ziel und die Vergangenheit gegenwärtig haben …
Ruhe. – Friede. – Intensives Leben in deinem Innern. Ohne Hetzen, ohne die Sucht, den Platz zu wechseln. – Wie vielen könntest du von deinem dir zukommenden Platz aus, als ein mächtiger Generator geistiger Elektrizität, Licht und Energie spenden … ohne selber an Kraft und Licht einzubüßen.
Du willst ein Märtyrer werden. – Ich will dir ein Martyrium in deiner Reichweite zeigen: Apostel sein und dich nicht Apostel nennen; Missionar mit Sendung sein und nicht Missionar heißen; Mensch Gottes sein und als Mensch der Welt erscheinen: verborgen bleiben!
Es ist allzu simpel, wenn du den Wert der apostolischen Unternehmungen danach bemisst, was man von ihnen sehen kann. – Bei diesem Maßstab müsstest du einen Doppelzentner Kohlen einer Handvoll Diamanten vorziehen.
»Nonne cor nostrum ardens erat in nobis, dum loqueretur in via?« Brannte nicht unser Herz in uns, als Er auf dem Weg zu uns redete?
Diese Worte der Emmausjünger müssten, wenn du Apostel bist, unwillkürlich von den Lippen deiner Berufskollegen kommen, nachdem sie dich auf dem Weg ihres Lebens getroffen haben.
Wenn ihr euch Gott in der Welt hingeben wollt, muss noch vor eurer Gelehrsamkeit die Frömmigkeit kommen – die Frauen brauchen nicht gelehrt zu sein, es genügt, dass sie klug sind1. Ihr müsst eng verbunden sein mit dem Herrn im Gebet; ihr müsst einen unsichtbaren Mantel tragen, der alle eure Sinne und jede eurer Kräfte umhüllt: beten, beten und beten; sühnen, sühnen und sühnen.
Es gibt Menschen, die den anderen das tätige Leben überlassen. Sie selber beten und leiden. Ihr Licht fällt hier nicht auf, aber wie sehr wird ihre Krone im Himmel leuchten! – Gesegnet sei das »Apostolat des Leidens«!
Ja, ich habe dein diskretes Apostolat eine »im Stillen wirkende Sendung« genannt. – Davon nehme ich nichts zurück.
1Als dieses Buch entstand, waren Frauen mit einem Universitätsabschluss noch die Ausnahme, auch wenn der Autor schon damals diejenigen, die er priesterlich betreute und die sich zu einem Universitätsstudium hingezogen fühlten, dazu ermunterte, ihrer akademischen Berufung zu folgen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/12220/ (08.05.2026)