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Sei in deinen Frömmigkeitsübungen beständig, fordere sie dir ab, auch wenn du müde bist oder sie dir öde vorkommen. Harre aus! Solche Zeiten des Gebetes sind wie die rotgestrichenen, langen Pflöcke an den Straßen im Hochgebirge; wenn der Schnee alles bedeckt, bleiben sie immer noch gut sichtbar als Orientierungspunkte, die – immer! – den sicheren Weg zeigen.
Das innere Leben erstarkt dank der Mühe um die täglichen Frömmigkeitsübungen. Verrichte sie – nein, mehr: erfülle sie mit Leben und Liebe, denn unser Weg als Kinder Gottes ist ein Weg der Liebe.
Hin und wieder sagte mir jemand: Vater, ich fühle mich so lustlos und kalt; bei Übungen der Frömmigkeit, beim Gebet, kommt es mir vor, als führte ich eine Komödie auf …
Diesem Freund – und auch dir, falls du in einer ähnlichen Situation bist – antworte ich: Eine Komödie? Großartig, mein Kind! Spiele sie! Spiele diese Komödie! Der Herr ist dein Zuschauer; der Vater, der Sohn, der Heilige Geist … die Heiligste Dreifaltigkeit schaut uns zu, während wir unsere »Komödie« spielen.
Wie wunderbar ist ein solcher »Auftritt« vor Gott – aus Liebe, um Ihm zu gefallen – gerade dann, wenn einem alles gegen den Strich geht! Ein Spielmann Gottes sein! Wie herrlich! Ein solches Beten, lustlos, aber aus Liebe und Selbstverleugnung, nur um Ihn zu erfreuen!
Das heißt wirklich aus Liebe leben …
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/10561/ (08.05.2026)