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Sei in deinen Frömmigkeitsübungen beständig, fordere sie dir ab, auch wenn du müde bist oder sie dir öde vorkommen. Harre aus! Solche Zeiten des Gebetes sind wie die rotgestrichenen, langen Pflöcke an den Straßen im Hochgebirge; wenn der Schnee alles bedeckt, bleiben sie immer noch gut sichtbar als Orientierungspunkte, die – immer! – den sicheren Weg zeigen.
Das innere Leben erstarkt dank der Mühe um die täglichen Frömmigkeitsübungen. Verrichte sie – nein, mehr: erfülle sie mit Leben und Liebe, denn unser Weg als Kinder Gottes ist ein Weg der Liebe.
Vorsatz: Heroisch treu und ohne Ausflüchte an der Zeiteinteilung festhalten, im Alltag wie in außergewöhnlichen Situationen.
Dein Dasein ist keine immer wiederkehrende Folge gleicher Verrichtungen, denn jede neue Handlung soll mit mehr gutem Willen, mit mehr Schwung, mit mehr Liebe als die vorhergehende getan werden. Jeden Tag neues Licht, jeden Tag neuer Elan! Für Ihn!
Tu jeden Tag, was du kannst, um Gott tiefer zu erkennen, den Umgang mit Ihm zu suchen, dich immer mehr in Ihn zu verlieben und an nichts anderes mehr zu denken als an seine Liebe und seine Verherrlichung.
Das wird dir gelingen, mein Kind, wenn du die Zeiten deines betrachtenden Gebetes einhältst – lass diese Zeiten niemals fallen! –; wenn du das Bewusstsein der Gegenwart Gottes stärkst mit Stoßgebeten und geistigen Kommunionen, die dich beflügeln; wenn du mit innerer Sammlung an der Heiligen Messe teilnimmst; wenn du deine Arbeit um des Herrn willen gut und gewissenhaft tust.
Wenn du das Evangelium aufschlägst, mach dir klar, dass du die Berichte über die Taten und Worte Christi nicht bloß kennen, sondern nachempfinden, also wirklich »erleben« sollst. Alles, jedes Ereignis wurde Szene für Szene niedergeschrieben, damit du es auf die konkreten Umstände deines Lebens überträgst.
Der Herr hat uns Katholiken dazu berufen, Ihm von nahem zu folgen. Im heiligen Text des Evangeliums findest du das Leben Jesu – aber auch dein eigenes Leben sollst du dort finden.
Auch du wirst wie der Apostel lernen, jene Frage der Liebe an Ihn zu richten: »Herr, was willst Du, dass ich tun soll? …« Du vernimmst dann in deinem Innern die unzweideutige Antwort: den Willen Gottes!
Greife also jeden Tag zum Evangelium, lies es, nimm es zum konkreten Kompass deines Daseins – so haben es die Heiligen getan.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/10594/ (08.05.2026)