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Deine Nächstenliebe sollte von Freude, Zartgefühl und Festigkeit geprägt sein, von tiefer Menschlichkeit, die das Ewige im Blick behält; von herzlicher Zuneigung, die dich jedem Menschen liebevoll und mit aufrichtiger Freundlichkeit zuwenden lässt und die die Denkweise und Gefühle der anderen zu verstehen weiß.
Wenn du also sanft und fest zugleich bist, ohne an deiner Lebensweise oder an der Glaubenslehre Abstriche zu machen, wird dir die Liebe Christi den Schwung verleihen, Menschen für Ihn zu gewinnen. Jeden Tag wirst du dich mehr danach sehnen, zum Wohl deiner Mitmenschen zu arbeiten.
Wie eindringlich predigte der Apostel Johannes das »mandatum novum«, das neue Gebot! – »Liebet einander!«
Ich würde vor euch auf die Knie fallen – das wäre keine Pose, mein Herz verlangt wirklich danach! – und euch um der Liebe Gottes willen bitten, dass ihr einander liebt, einander helft und die Hand reicht und euch gegenseitig zu vergeben versteht.
Darum: Weg mit dem Hochmut! Habt Mitgefühl füreinander! Habt Liebe zueinander! Helft euch gegenseitig durch das Gebet und durch aufrichtige Freundschaft.
Ein reines Herz, Eifer für die Ehre Gottes und vorurteilslose Liebe zu den Menschen sind unerlässlich, um mit lauterer Absicht urteilen zu können.
Denk darüber nach!
Wenn ich mit dir über das »gute Beispiel« spreche, will ich dich auch daran erinnern, dass du immer Verständnis haben und entschuldigen sollst, dass du Frieden und Liebe auf der Welt verbreiten sollst.
Mach es dir zur Gewohnheit, auf den Hagel von Spott und Feindseligkeit, den diese hasserfüllten, bedauernswerten Leute auf dich niedergehen lassen, mit einem »Hagel« von »Gegrüßet-seist-du-Maria« zu antworten.
Sei gegenüber dem Irrenden herzlich und voller Zuneigung – wie es echter christlicher Liebe entspricht –, aber lass dich nicht auf Kompromisse ein, wenn eine Sache sich gegen den Glauben richtet.
Wenn ein Christ begreift, was katholisch sein heißt, und es in seinem Leben zu verwirklichen sucht, wenn er die Dringlichkeit einsieht, die Frohe Botschaft des Heils allen Menschen zu verkünden, dann weiß er, wie der Apostel lehrt: er muss allen alles werden, um alle zu retten.
Die Liebe zu den Menschen, deinen Brüdern, soll so weit gehen, dass du sogar ihre Unzulänglichkeiten nicht als Fehler siehst, wenn sie keine Beleidigung Gottes sind. Hast du nur ihre guten Eigenschaften gern und bist du unfähig zu verstehen, zu entschuldigen, zu vergeben – dann bist du ein Egoist.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/11001/ (08.05.2026)