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Du bist Christ – also darfst du keiner Hoffnung und keiner Not deiner Mitmenschen den Rücken kehren!
Eine Bemerkung, die mich sehr schmerzte, wird auch dich nachdenklich stimmen: »Es ist ganz klar, wo der mangelnde oder unwirksame Widerstand gegen infame Gesetze herrührt: auf jeder Ebene der Gesellschaft, von der untersten bis zur höchsten, gibt die Mittelmäßigkeit den Ton an.«
Als Christ solltest du dich in allem um eine vorbildliche Haltung bemühen. Dazu gehört auch dein Verhalten als Staatsbürger und deine Achtung vor den Gesetzen, die dem Gemeinwohl dienen.
Du verlangst von den anderen die exakte Erfüllung ihrer Aufgaben, zum Beispiel bei öffentlichen Dienstleistungen, mit dem Hinweis: Es ist ja ihre Pflicht!
Hast du dich schon einmal geprüft, ob du selbst deine Arbeitszeit einhältst und sie gewissenhaft nutzt?
Erfülle alle deine staatsbürgerlichen Pflichten und suche nicht, dich irgendeiner zu entziehen; übe auch alle deine Rechte zum Wohl aller aus, und sei nicht so unklug, auf irgendeines zu verzichten.
Auch hier sollst du christliches Zeugnis geben!
Stell dich den Fragen dieser Welt mit Blick für das Übernatürliche und im Einklang mit den sittlichen Normen; denn durch sie wird deine Persönlichkeit weder vernichtet noch unterdrückt, sondern in die rechte Bahn gelenkt.
Deine Art zu leben wird so eine ursprüngliche, mitreißende Kraft gewinnen; und du wirst dich darin bestätigt sehen, dass du auf dem richtigen Weg bist.
Gott der Herr will dich heilig, damit du den anderen helfen kannst, heilig zu werden. Dazu ist es aber erforderlich, dass du – ehrlich und ohne falsche Rücksichtnahme – auf dein eigenes Leben schaust, dass du auf den Herrn, unseren Gott, schaust … und erst dann den Blick auf die Welt richtest.
Entfalte die guten menschlichen Eigenschaften in dir. Auf dieser Grundlage kannst du den Bau deiner Heiligung errichten. Aber bedenke gleichzeitig, was ich dir gelegentlich gesagt habe: Im Dienst an Gott muss alles zu einem Brandopfer werden, auch die Angst vor dem Urteil der Leute und – wenn nötig – vor der Preisgabe dessen, was man guten Ruf nennt.
Christliche Bildung tut not. Du solltest nämlich in der Lage sein, aus echtem Verantwortungsbewusstsein das Engagement von Katholiken im öffentlichen Leben zu fördern, mit vollem Respekt vor der Freiheit des einzelnen und – erinnere alle daran – in konsequenter, persönlicher Glaubenshaltung.
Durch deine berufliche Arbeit, die du im Menschlichen wie im Hinblick auf Gott so gut wie möglich verrichtest, kannst und sollst du an deinem Arbeitsplatz christliche Maßstäbe setzen.
Als Christ darfst du nicht abseits stehen. Du bist verpflichtet, loyal und in persönlicher Freiheit zu handeln und deinen angemessenen Beitrag im Dienst des Gemeinwohls zu leisten.
Wir Kinder Gottes, die wir ja das gleiche Bürgerrecht wie alle haben, müssen uns ohne Komplexe an allem Sinnvollen und Anständigen beteiligen, was Menschen tun und organisieren, damit Christus dort gegenwärtig ist.
Der Herr wird uns zur Rechenschaft ziehen, wenn wir, jeder einzelne von uns, nachlässig oder bequem sind und es unterlassen, in persönlicher Freiheit die Entscheidungen und Initiativen mitzugestalten, von denen Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft abhängen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/11136/ (08.05.2026)