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Ein Kind Gottes hat keine Angst vor dem Leben und keine Angst vor dem Tod, denn sein geistliches Leben ruht im Bewusstsein der Gotteskindschaft. Gott ist mein Vater, sagt es sich, Er ist der Urheber alles Guten, Er ist die Güte selbst.
Aber … verhalten wir uns – du, ich – wirklich als Kinder Gottes?
Die Kranke, der ich geistlichen Beistand leis-tete … wie groß war ihre Liebe zum Willen Gottes! Sie sah ihre lange, schmerzhafte Krankheit – eine weitverzweigte Krankheit, nichts an ihr war heil – als Segen Gottes und als Zeichen der Auserwählung. In ihrer Demut meinte sie, sie habe nur Strafe verdient; jedoch waren die schrecklichen Schmerzen im ganzen Körper keine Strafe, sondern Zeichen der Barmherzigkeit.
Wir unterhielten uns über den Tod und über den Himmel. Auch darüber, was sie Jesus und der Muttergottes sagen sollte … und wie sie von dort aus besser »arbeiten« könnte als hier auf Erden … Sie hatte den Zeitpunkt ihres Todes Gott überlassen … sagte aber fröhlich: Wie schön, wenn es heute wäre! Sie betrachtete den Tod mit der Freude eines Menschen, der weiß, dass Sterben Heimgang zum Vater ist.
Fürchte dich nicht vor dem Tod. Er ist dein Freund!
Mach dich mit seiner Wirklichkeit vertraut. Stell dir oft dein Grab vor! Betrachte, rieche und betaste deinen verwesenden, seit acht Tagen dort ruhenden Leichnam!
Erinnere dich daran, besonders dann, wenn der Ansturm des Fleisches dich bedrängt.
Er öffnete mir seine Seele und sagte: »In diesen Tagen habe ich oft über den Tod nachgedacht und ihn – trotz meiner Vergehen – als ein Ausruhen angesehen. Ich dachte: Würde man mir sagen, jetzt ist deine letzte Stunde gekommen, so erwiderte ich voll Freude: Jetzt ist die Stunde gekommen, da ich anfange zu leben.«
Sterben ist gut. Wie ist es möglich, dass ein Mensch glaubt und sich gleichzeitig vor dem Tod fürchtet? … Aber solange der Herr dich auf Erden haben will, wäre Sterben Feigheit. Leben: aus Liebe leben, leiden, arbeiten – darum soll es dir gehen.
Stell dir deine Todesstunde vor Augen, wenigstens einmal am Tag, und erwäge in ihrem Licht die Ereignisse des Tages.
Ich versichere dir, du wirst erfahren, wie viel innerer Frieden von diesem Gedanken ausgeht.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/12054/ (08.05.2026)