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Herr, ich möchte von jetzt an ein anderer sein! Nicht mehr »ich«, sondern »der«, den Du Dir wünschst!
Ich möchte mich keiner Deiner Bitten versagen. Ich möchte beten lernen … und leiden lernen … und für nichts anderes Sorge tragen als für Deine Ehre … und immerfort Deine Gegenwart erfahren.
Ich möchte den Vater lieben … und Dich, mein Jesus, in nie endender Kommunion ersehnen … und brennen im Feuer des Heiligen Geistes.
Gib dir in Verstand und Herz einmal Rechenschaft darüber: Wie oft, Herr, hast du mich, nachdem ich gefallen war, wieder aufgerichtet, wie oft hast du mir vergeben, wie oft hast du mich wieder an dein Herz gedrückt!
Rufe dir das in Erinnerung – und trenne dich nie mehr von Ihm.
So viele Jahre schon Christus so nahe und … was für ein Sünder bin ich immer noch!
Wie liebevoll hat Jesus dich angenommen! Berührt es dich nicht schmerzlich, wenn du daran denkst?
Das Leben Jesu Christi wiederholt sich auf je eigene Weise im Leben eines jeden von uns, wenn wir treu sind – sowohl nach innen, auf dem Wege der Heiligung, als auch nach außen, im Verhalten.
Danke Ihm für seine Güte.
Höre die Worte Jesu aus dem Johannesevangelium: »Ego sum vitis, vos palmites« – Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Schon hast du das ganze Gleichnis im Bild vor Augen und verstehst: eine Rebe, die vom Weinstock getrennt ist, taugt zu nichts, sie wird keine Frucht bringen, sie verkommt als ein verdorrtes Holzstück, von Mensch und Tier zertreten oder ins Feuer geworfen …
Du bist die Rebe! Bedenke, was alles daraus folgt.
Ob in Zeiten der Bedrängnis, ob in Zeiten des Erfolges – immer sage Ihm: Herr, zieh Deine Hand nicht von mir zurück, verlass mich nicht, steh mir bei, der ich hilflos bin wie ein Kind! Führe mich immer an Deiner Hand!
Willst du wirklich deinem Herzen einen festen Halt geben? Dann, das ist mein Rat, suche in einer der Wunden unseres Herrn Zuflucht. Du hast dann vertrauten Umgang mit Ihm, bist Ihm nahe, fühlst das Schlagen seines Herzens … und du wirst Ihm in allem folgen, worum Er dich bittet.
Kein Zweifel – das Gebet ist der »Sorgenbrecher« all derer, die wir Jesus wahrhaft lieben.
Das Kreuz! Symbol des Lebens eines Apostels Christi. Es ist Quell der Stärke und der Wahrheit und erquickt Seele und Leib – auch wenn es manchmal Mühe kostet und die Last drückt.
Wie gut kann ich verstehen, dass du aus Liebe mit Christus leiden möchtest: dass du an seiner Statt deinen Rücken den Geißelhieben der Folterknechte, dein Haupt der Dornenkrone, deine Hände und Füße den Nägeln darbieten möchtest … oder wenigstens bei Unserer Lieben Frau unter dem Kreuze stehen willst, um dich anzuklagen, weil auch du mit deinen Sünden Gott gemartert hast … du sehnst dich danach, zu leiden und zu lieben.
Du sagtest mir: Ich habe mir vorgenommen, den Umgang mit dem Heiligen Geist zu vertiefen und Ihn um sein Licht zu bitten.
Gut, mein Kind, doch bedenke: Der Heilige Geist ist Frucht des Kreuzes.
Die lebensfrohe Liebe, die die Seele beglückt, gründet auf dem Schmerz, denn es gibt keine Liebe ohne Verzicht.
Das Kreuz finden heißt Christus finden.
Jesus, Dein göttliches Blut möge durch meine Adern fließen, damit ich in jedem Augenblick großherzig bin – wie Du am Kreuz.
Verharre im Gebet vor dem toten Jesus am Kreuz, damit Leben und Sterben Christi Vorbild und Ansporn seien für dein Leben und für deine Antwort auf den göttlichen Willen.
Zur Zeit des Leidens oder der Sühne vergegenwärtige dir: Das Kreuz ist das Zeichen Christi, des Erlösers. Aus einem Zeichen des Unheils wurde das Zeichen des Sieges!
Würze deine Mahlzeiten auch mit der besonders »kostbaren« Zutat der Abtötung.
Bußfertige Haltung besteht nicht darin, heute große Bußübungen zu verrichten und morgen gar keine.
Geist der Buße heißt vielmehr, sich jeden Tag überwinden und Großes wie Kleines Gott darbringen – unauffällig und aus Liebe.
Verbinden wir die Kleinigkeiten, die wir zu tragen haben – die kleinen wie die großen Widrigkeiten –, mit dem grenzenlosen Leiden des Herrn, der sich opfert – Er ist das einzige Opfer! Unsere geringfügigen Überwindungen gewinnen so an Wert, sie sammeln sich zu einem Schatz an, und wir werden dann das Kreuz Christi willig und großzügig auf uns nehmen.
So wird jedes Leid rasch überwunden. Weder Menschen noch Ereignisse können uns dann den Frieden und die Freude rauben.
Um Apostel zu sein, musst du – so lehrt es uns der heilige Paulus – den gekreuzigten Herrn in dir tragen.
Richtig! Das heilige Kreuz gibt unserem Leben die unumstößliche Gewissheit, dass wir zu Christus gehören.
Das Kreuz ist nicht das Leid, nicht der Kummer, nicht die Bitternis … Es ist das heilige Holz, an dem Christus triumphiert … an dem auch wir siegen, wenn wir in Freude und mit Großmut die Fügungen des Herrn annehmen.
Nach dem Heiligen Opfer ist dir wieder einmal klar geworden: Die Beharrlichkeit derer, die dir nahestehen, und manchmal sogar ihr irdisches Glück, hängt zu einem guten Teil von deinem Glauben und deiner Liebe ab – von deiner Buße, deinem Gebet und deinem Tun.
Gepriesen sei das Kreuz, das wir tragen! Er – mein Herr Jesus – und du und ich …
Jesus, ich möchte Feuer und Flamme sein, »verrückt« aus Liebe zu Dir! Ich wünschte, meine Gegenwart allein genügte schon, um die Welt im Umkreis von vielen Kilometern mit unauslöschlichem Feuer zu entzünden. Ich möchte ganz sicher sein, dass ich Dein bin. Dann mag ruhig das Kreuz kommen …
Ein herrlicher Weg – leiden, lieben, glauben.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/12761/ (08.05.2026)