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Worin besteht Ihrer Meinung nach die Aufgabe, die den studentischen Vereinigungen oder Körperschaften zukommt? Wie sollten sich ihre Beziehungen zu den akademischen Behörden gestalten?
Sie verlangen hier von mir ein Urteil über einen sehr weitreichenden Fragenkomplex; ich kann deshalb nicht auf Einzelheiten eingehen. Hier nur einige allgemeine Gedanken: Ich bin der Ansicht, dass die Studentenvereinigungen an den spezifischen Aufgaben der Universität mitwirken müssen. Es muss Studentenvertreter geben, die von ihren Kommilitonen frei gewählt sind und sich in dem Bewusstsein mit den akademischen Behörden zusammenfinden, dass es darum geht, in gegenseitigem Zusammenwirken an einer gemeinsamen Aufgabe zu arbeiten. Hier besteht eine weitere Gelegenheit, um wirklich zu dienen.
Es muss eine Satzung geben, die das Verfahren regelt, damit die Zusammenarbeit wirksam, gerecht und sinnvoll vonstatten geht. Die zu behandelnden Fragen müssen vorher gründlich bearbeitet und erwogen sein; wenn die Lösungen, die vorgeschlagen werden, gut durchdacht sind, wenn sie aus einem konstruktiven Verlangen heraus geboren wurden und nicht in der Absicht, Gegensätze zu schaffen, dann gewinnen sie eine solche innere Autorität, dass sie sich von selbst durchsetzen.
All das setzt voraus, dass die Studentenvertreter wirkliches Niveau besitzen, das heißt an erster Stelle, dass sie die Freiheit der anderen und ihre eigene Freiheit lieben und bereit sind, die sich daraus ergebende Verantwortung zu übernehmen. Dass es ihnen nicht darum geht, persönlich zu glänzen oder sich Zuständigkeiten anzumaßen, die sie nicht besitzen, sondern ihnen wirklich das Wohl der Universität am Herzen liegt und damit das Wohl ihrer Studienkollegen. Andererseits müssen die Wähler ihre Repräsentanten nach diesen Gesichtspunkten aussuchen und nicht nach Kriterien, die mit der Wirksamkeit der Alma Mater nichts zu tun haben. Nur so wird die Universität zu einer Stätte des Friedens, zum Ort einer guten, ehrlichen Unruhe, die für das Studium und die Bildung aller dienlich ist.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/conversaciones/78/ (29.04.2026)