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Wären doch dein Verhalten und deine Worte so, dass jeder, der dich sieht oder mit dir spricht, unwillkürlich dächte: Der da beschäftigt sich mit dem Leben Jesu.
Würdiges Auftreten. – Gewöhne dir deine Affektiertheit und dein kindisches Getue ab. – Deine Haltung muss den Frieden und die Ordnung deines Geistes widerspiegeln.
Sage bitte nicht: »Mein Temperament ist so … das liegt an meinem Charakter.« Es liegt viel mehr an deinem Mangel an Charakter. Sei mannhaft: »Esto vir«.
Verfalle nicht in jene geistige Krankheit, die sich durch Unbeständigkeit, durch Leichtsinn im Reden und Tun, durch gedankenlose Betriebsamkeit äußert … kurz, durch Oberflächlichkeit.
Beachte wohl, dass diese Oberflächlichkeit, die all dein Tun so leer macht, so sehr »mit Leere ausfüllt«, dein Leben zu einer leblosen, unnützen Strohpuppe werden lässt, wenn du dich nicht rechtzeitig aufraffst. Nicht erst morgen: heute!
Du klammerst dich an eitle Vergnügen, Leichtsinn und Kopflosigkeit, weil du feige bist. Was ist es denn anderes als Feigheit, wenn du dir einfach nicht ins Gesicht sehen willst?
Was für eine aufgeblasene Art, hohle Albernheiten zu leben! Was für eine Art, im Leben voranzukommen, höher, immer höher, dank des »geringen Eigengewichts«, der inneren Leere in Kopf und Herz!
Warum diese ständigen Sinnesänderungen? Wann richtest du endlich deinen Willen auf ein festes Ziel? – Gib deine Vorliebe für Grundsteinlegungen auf und setze den Schlussstein hinter einen einzigen deiner Pläne.
Sei doch nicht so …. empfindlich. – Wegen jeder Kleinigkeit bist du beleidigt. – Man muss auf seine Worte achtgeben, wenn man mit dir über die unbedeutendste Angelegenheit spricht.
Nimm es mir nicht übel, wenn ich dir sage, dass du … unausstehlich bist. – Solange du dich nicht besserst, wirst du niemals nützlich sein.
Beherrsche deine Zunge. – Führe dich nicht kindisch auf, wie das Zerrbild eines Kindes: plappern, schwätzen, petzen. – Durch deinen Klatsch und Tratsch ist die Liebe erkaltet. Du hast allen den schlechtesten Dienst erwiesen. Wenn du mit deiner bösen Zunge die festen Mauern der Beharrlichkeit anderer erschüttert hast, ist deine eigene Beharrlichkeit keine Gnade Gottes mehr. Sie ist zum tückischen Werkzeug des Feindes geworden.
Du fragst herum und horchst aus, du bist ein Schnüffler und Schleicher. Schämst du dich nicht, bis in deine Fehler hinein so wenig Mann zu sein? – Sei männlich und vertausche deine Sucht, alles über die anderen zu erfahren, mit dem Wunsch und der Wirklichkeit wahrer Selbsterkenntnis.
Dein männliches, gerades und einfaches Wesen fühlt sich beengt in der Atmosphäre der Intrigen und des Getuschels, die du nicht ganz durchschaust und in die du nie verwickelt werden wolltest. – Ertrage diese Demütigung, in aller Mund zu sein, und sieh zu, durch Erfahrung gewitzigt, demnächst behutsamer vorzugehen.
Sei bitte ein bisschen weniger naiv (auch wenn du sehr kindlich bist und es gerade vor Gott bist) und setze deine Brüder nicht dem Gespött Fremder aus.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/camino/10532/ (08.05.2026)