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Lass jeden Tag von neuem den Wunsch nach Entsagung und Selbstverleugnung in dir wirksam werden, vergiss dein Ich und lebe »in novitate sensus«, in einem erneuerten Geist, der das Elend des eigenen Lebens eintauscht gegen die verborgene und ewige Größe Gottes.
Wenn du innerlich leer bist, wenn du nur auf deine eigene Bequemlichkeit bedacht bist, wenn du meinst, alle anderen Menschen und überhaupt die ganze Welt müssten um dich kreisen – dann hast du kein Recht, dich Christ zu nennen und dich für einen Jünger Christi zu halten; denn Er hat uns eindeutig den Maßstab seiner Forderungen angegeben: nämlich für jeden einzelnen Menschen »et animam suam«, das ganze Leben hinzugeben.
Sei jeden Tag von Herzen bereit, dir freudig und unauffällig das Leben ein wenig »sauer« zu machen, um den anderen zu dienen und ihnen das Leben angenehm zu machen.
Das ist die Art wahrer Liebe Christi.
Gib mir Gnade, damit ich mich und alles »Meine« vergesse. Ich will nur um Deine Ehre besorgt sein, nur Deine Liebe suchen! – Alles aus Liebe!
Sich demütigen, sich vor Gott als Nichts erkennen, dieses »Verborgen bleiben« und »Verschwinden« muss vollkommen und bedingungslos sein.
Ein Vorsatz: Meine persönlichen Angelegenheiten nur dann zur Sprache bringen, wenn es wirklich notwendig ist.
Hör gut zu, mein Kind: Bleib heiter, wenn man dich schlecht behandelt und demütigt, wenn jedermann sich über dich empört und es als fein gilt, dich anzuspucken – wenn du also »omnium peripsema«, wie »Unrat« in den Augen aller bist …
Das fällt schwer, sehr schwer. Es ist hart, bis einer schließlich vor den Tabernakel tritt, sich wirklich als der Unrat der Welt sieht, als elender Wurm und in voller Überzeugung sagt: »Wenn Du, Herr, meine Ehre nicht brauchst, wozu will ich sie dann haben?«
Erst dann erfährt ein Kind Gottes, was es heißt, glücklich zu sein – wenn es von allem entblößt in vollkommener Hingabe vor dem Vater steht, in einer Hingabe aus Liebe, die auf Abtötung und Schmerz gründet.
Hier hast du ein Rezept für deinen Alltag: »Ich denke nicht einmal daran, dass ich lebe. Ich beschäftige mich mit nichts Eigenem, denn ich habe keine Zeit dazu.«
Arbeiten und dienen!
Ein klares Zeichen dafür, dass du nach Heiligkeit strebst, ist die – nennen wir es einmal so – heilsame »psychologische Grundeinstellung«, dich selbst zu vergessen und nur an die anderen zu denken, um sie Gott näherzubringen.
Wenn du dein eigenes Ich wirklich mit Füßen trittst und für die anderen lebst, dann wirst du ein fähiges Werkzeug in den Händen Gottes sein.
Der Herr hat seine Jünger berufen und ihnen befohlen: »Ut eatis!«, geht hin, sucht alle Menschen auf! Genauso ruft Er sie heute.
Wenn du wirklich Leben und Ehre für ewig erlangen willst, dann übe häufig Verzicht – sogar auf edle persönliche Ambitionen!
Lass dein »Ich« in den Hintergrund treten, ob es nun um deine Gesundheit, deinen guten Ruf, deine Karriere, deine Arbeit oder um diese oder jene Wendung deines Lebens geht … Wie beschämend! Es scheint, als hättest du vergessen, dass du nichts besitzt und alles Ihm gehört.
Wenn du bisweilen das – vielleicht grundlose – Gefühl hast, du seiest gedemütigt worden; wenn du einmal denkst, du müsstest deine Meinung unbedingt durchsetzen; wenn du verspürst, wie dein »Ich« sich immer wieder nach vorn drängt – nur »du«, nur »deine« Dinge –, dann sei sicher: du schlägst nur deine Zeit tot; aber eigentlich wäre es nötig, deinen Egoismus totzuschlagen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/10711/ (08.05.2026)