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Gekommen ist für uns ein Tag des Heiles, der Ewigkeit. Einmal mehr vernehmen wir diesen zärtlichen Anruf des göttlichen Hirten: »Vocavi te nomine tuo« – ich habe dich bei deinem Namen gerufen.
Wie unsere Mutter redet er uns mit dem Namen an, ja, mit dem vertrauten Vornamen. Sein Ruf dringt bis in das Innerste der Seele und fordert die Antwort: »Ecce ego, quia vocasti me« – hier bin ich, denn Du hast mich gerufen. Und mein Entschluss steht fest! Diesmal darf die geschenkte Zeit nicht spurlos an mir vorübergleiten wie Wasser über Kiesel rinnt …
Man muss dem Herrn das Opfer Abels darbringen, zartes, auserlesenes Fleisch, das beste von den Jungtieren der Herde: einen reinen, geheiligten Leib; ein Herz, das nur eine Liebe kennt: Dich, meinen Gott; einen Verstand, der hell und tief ist und sich Deiner Weisheit unterwirft; eine kindliche Seele, die nichts anderes will, als Dir zu gefallen.
Nimm von nun an, Herr, dieses Opfer als Dir wohlgefällig an.
Man muss fähig werden, sich hinzugeben, sich vor Gottes Angesicht brennend zu verzehren, gleich der Kerze, die man auf den Leuchter stellt, damit die Menschen nicht im Dunkeln bleiben; gleich der Öllampe, die vor dem Altar brennt und sich verzehrt, bis sie erlischt.
Die Heiligkeit besteht nicht in großartigen Unternehmungen. Sie bedeutet Kampf, damit dein übernatürliches inneres Leben nicht versandet. Sie besteht darin, sich bis zum Letzten im Dienste Gottes zu verzehren; an der alleruntersten Stelle – oder an der obersten –, da, wohin der Herr dich ruft.
Schaff dir keine anderen Verpflichtungen als … die Ehre Gottes, die Liebe zu Ihm, das Apostolat.
Herr, ich möchte von jetzt an ein anderer sein! Nicht mehr »ich«, sondern »der«, den Du Dir wünschst!
Ich möchte mich keiner Deiner Bitten versagen. Ich möchte beten lernen … und leiden lernen … und für nichts anderes Sorge tragen als für Deine Ehre … und immerfort Deine Gegenwart erfahren.
Ich möchte den Vater lieben … und Dich, mein Jesus, in nie endender Kommunion ersehnen … und brennen im Feuer des Heiligen Geistes.
Im Leben des Christen muss alles Gott gehören, auch die persönlichen, immer wieder korrigierten Schwächen – der Herr versteht sie und vergibt sie.
Die ersten Apostel standen neben dem alten Boot und flickten die zerrissenen Netze. Da rief sie der Herr. Er sagte ihnen, sie sollten Ihm folgen. Und sie folgten Ihm »statim«, sofort und »relictis omnibus«, indem sie alles verließen … Alles!
Gelegentlich kommt es vor, dass wir – die wir sie nachahmen möchten – nicht wirklich »alles« verlassen; da bleibt noch eine Anhänglichkeit im Herzen, eine Unstimmigkeit im Leben – etwas, das wir nicht beseitigen, das wir Gott nicht darbringen wollen.
Solltest du nicht dein Herz bis zur letzten Tiefe prüfen? Nichts Ihm Fremdes darf dort bleiben; sonst lieben wir Ihn nicht ganz – weder du noch ich.
Warum versuchst du nicht, dein ganzes Leben – Arbeit und Muße, Weinen und Lachen – in einen einzigen Dienst an Gott zu verwandeln?
Du kannst es … und du musst es auch!
Wir leben nicht für diese Erde, auch nicht für unsere Ehre; wir leben für Gottes Ehre, für den Dienst an Ihm, für seine Verherrlichung. Das soll uns antreiben!
Als Jesus am Kreuz starb, war er dreiunddreißig Jahre alt. Jugend darf kein Vorwand für Drückebergerei sein!
Außerdem vergeht mit der Zeit deine Jugend … aber mit Ihm wirst du seine ewige Jugend haben.
Danke dem Herrn aus ganzem Herzen für die beiden wunderbaren und zugleich furchterregenden Kräfte, mit denen Er dich ausgestattet hat, als Er dich erschuf: für Verstand und Willen. Wunderbar sind diese Vermögen, weil sie dich Gott ähnlich machen, und furchterregend, weil es Menschen gibt, die sie gegen ihren Schöpfer benutzen.
Ich kann meine kindliche Dankbarkeit gegenüber Gott, unserem Vater, nicht anders ausdrücken, als dass ich Ihm jetzt und immer wieder sage: »Serviam!« – Ich will Dir dienen!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/11446/ (08.05.2026)