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Man muss dem Herrn das Opfer Abels darbringen, zartes, auserlesenes Fleisch, das beste von den Jungtieren der Herde: einen reinen, geheiligten Leib; ein Herz, das nur eine Liebe kennt: Dich, meinen Gott; einen Verstand, der hell und tief ist und sich Deiner Weisheit unterwirft; eine kindliche Seele, die nichts anderes will, als Dir zu gefallen.
Nimm von nun an, Herr, dieses Opfer als Dir wohlgefällig an.
Man muss fähig werden, sich hinzugeben, sich vor Gottes Angesicht brennend zu verzehren, gleich der Kerze, die man auf den Leuchter stellt, damit die Menschen nicht im Dunkeln bleiben; gleich der Öllampe, die vor dem Altar brennt und sich verzehrt, bis sie erlischt.
Der Herr – Meister der Liebe – ist ein eifersüchtiger Liebender, der uns um alles bittet, um alles, was uns schon zuteil ward, und alles, was wir erstreben. Er erwartet, dass wir Ihm all das Unsere darbringen, indem wir dem Weg folgen, den Er einem jeden von uns vorgezeichnet hat.
Jesus bittet dich um Gebet. Das spürst du deutlich.
Und doch, wie wenig entsprichst du dem! Alles fällt dir schwer! Du bist wie ein Kind, das sich träge gegen die ersten Gehversuche sträubt. Aber bei dir ist es nicht nur Trägheit, sondern auch Angst und Mangel an Großzügigkeit.
Vor seiner Staffelei, erfüllt vom Drang, seine Kunst bis zur höchsten Ausdrucksmöglichkeit zu steigern, rief der Maler aus: Herr, ich will Dir achtunddreißig Herzen malen, achtunddreißig Engel, die sich immerfort in Liebe zu Dir verzehren, achtunddreißig Wunder, die an Deinem Himmel erstrahlen, achtunddreißig Sonnen auf Deinem Königsmantel, achtunddreißig Feuerflammen, achtunddreißig Symbole der Liebe, achtunddreißig Verrücktheiten, achtunddreißig Wonnen …
Dann gab er demütig zu: das ist mein Wunsch und meine Phantasie … In Wirklichkeit sind es achtunddreißig nur sehr mäßig gelungene Darstellungen, kein hinreißender Anblick, eher eine Zumutung für den Betrachter …
Der Herr wollte uns als Helfer bei seinem Erlösungswerk haben.
Damit wir diese herrliche Wirklichkeit wenigstens andeutungsweise erfassen, lässt Er die Evangelisten zahlreiche große Wunder berichten. Er hätte das Brot auch auf jede andere Weise zum Vorschein bringen können … Aber nein! Er sucht die Mitarbeit der Menschen – ein Kind, ein Jugendlicher, ein paar Stücke Brot und ein paar Fische.
Er bedarf unser – deiner, meiner – und ist doch Gott!
Das muss in uns das Verlangen stärken, großzügig seinen Gnaden zu entsprechen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/11664/ (08.05.2026)