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Die Heiligkeit besteht nicht in großartigen Unternehmungen. Sie bedeutet Kampf, damit dein übernatürliches inneres Leben nicht versandet. Sie besteht darin, sich bis zum Letzten im Dienste Gottes zu verzehren; an der alleruntersten Stelle – oder an der obersten –, da, wohin der Herr dich ruft.
Hier hast du das »Rezept« für deinen Weg als Christ: Gebet, Buße und nimmermüdes Arbeiten in liebevoller Pflichterfüllung.
Senkt in die Seelen die heroische Selbstverständlichkeit ein, die kleinen Dinge des Alltags wirklich vollendet und gewissenhaft zu verrichten – so als ob von jeder einzelnen dieser Kleinigkeiten das Heil der Welt abhinge!
Gott reißt dich nicht aus deinem Lebensumfeld heraus, Er nimmt dich nicht aus der Welt, nicht aus deinem Stand, nicht aus deinen guten menschlichen Bestrebungen und Plänen, nicht aus deiner beruflichen Arbeit … genau dort sollst du heiligmäßig leben.
Unser Leben als Christen soll so sein, ganz alltäglich: uns jeden Tag zu bemühen, die gleichen Dinge, die uns die Pflicht auferlegt, gut zu erledigen; unsere gottgewollte Aufgabe zu erfüllen, indem wir den kleinen Anforderungen jedes einzelnen Augenblicks gerecht werden.
Um es genau zu sagen: Es bleibt oft nur das Bemühen, denn wie oft versagen wir! In unserer abendlichen Gewissenserforschung müssen wir dann dem Herrn gestehen: Heute habe ich Dir keine Früchte meines Mühens anzubieten, nur Fehler … Aber dennoch werde ich mit Deiner Gnade schließlich siegen …
Im Dienste Gottes gibt es keine minderen Arbeiten. Alle sind sehr wichtig.
Der Wert einer jeden Arbeit richtet sich nach dem geistlichen Niveau dessen, der sie verrichtet.
Wir haben die Pflicht zu arbeiten – gewissenhaft und mit Sinn für Verantwortung, in Liebe und Ausdauer, ohne Nachlässigkeit noch Leichtfertigkeit. Denn die Arbeit ist ein Gebot Gottes, und Gott müssen wir, wie es im Psalm heißt, gehorchen »in laetitia«, in Freude.
Unmöglich zu vergessen, dass jede Arbeit, die vom Menschlichen her gesehen anständig, würdig und rechtschaffen ist, auf die Ebene des Übernatürlichen erhoben werden kann und muss. Sie erhält so die Tragweite des Göttlichen.
Staune über die Güte Gottes, unseres Vaters! Freust du dich nicht, dass dein Zuhause, deine Familie, deine Heimat, die du so sehr liebst, dazu bestimmt sind, dich zu heiligen?
Wenn wir die Arbeit wirklich heiligen wollen, dann müssen wir sie zuallererst einmal ernstnehmen – vor Gott und vor den Menschen – und wirklich gut arbeiten.
Lauteres Gold und Diamanten findet man in den Tiefen der Erde – sie liegen nicht offen zutage.
Die »Arbeit« der Heiligung – deiner selbst und der anderen – hängt ab von der frohen Hingabe und dem Eifer, mit dem du dich bei deiner täglichen, gewöhnlichen und so oft ganz verborgenen Arbeit einsetzt.
Für unser tägliches Leben benötigen wir eine ungleich größere Macht als der sagenumwobene König Midas, der alles, was er berührte, in Gold verwandelte.
Wir müssen – mit der Kraft der Liebe – die so irdische Arbeit des Alltags in ein »Werk Gottes« verwandeln, das bis in den Himmel reicht.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/12468/ (08.05.2026)