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»Das ist mein Leib …« – Jesus opferte sich, und Er verbarg sich unter der Gestalt des Brotes … Jetzt ist Er dort so gegenwärtig – mit Fleisch und Blut, mit Seele und Gottheit –, wie Er Thomas gegenwärtig war, als dieser seine Finger in die Wunden des verklärten Leibes legen durfte.
Du aber gehst oft an Ihm vorbei und hast für Ihn nicht einmal den kurzen Gruß übrig, den du einem Bekannten, der dir begegnet, aus Höflichkeit entbietest.
Du hast viel weniger Glauben als Thomas!
Stell dir vor, dein bester Freund wäre ins Gefängnis geworfen worden, damit du freikämst … Würdest du nicht alles daransetzen, ihn zu besuchen, ihm deine Zeit zu widmen, ihm etwas zu schenken – kurz, ihn durch die Wärme deiner Freundschaft ein wenig zu trösten? … Wenn dazu noch durch das Gespräch mit dem Gefangenen Böses von dir abgewendet und Gutes für dich erlangt würde – ließest du ihn dann im Stich? … Und wenn es anstelle eines Freundes um deinen eigenen Vater, um deinen Bruder ginge?
Denke weiter!
Für uns hat der Herr sich in der Heiligen Hostie eingeschlossen. Er will an unserer Seite bleiben, uns stützen, uns geleiten. – Und Liebe kann man nur mit Liebe vergelten.
Wie sollten wir da nicht täglich den Tabernakel aufsuchen, und sei es nur für wenige Minuten, um Ihm den Gruß unserer Liebe zu bringen, wir, seine Kinder, seine Brüder …
Hast du noch nie eine ähnliche Szene beobachtet? – Da steht irgendein Unteroffizier oder ein unbedeutender kleiner Leutnant. Ein Soldat kommt vorbei und grüßt. Er ist wesentlich begabter als seine Vorgesetzten, aber er weiß, was sich gehört. Der Vorgesetzte erwidert den Gruß.
Eine Situation, die dazu einen bemerkenswerten Kontrast bildet: Vom Tabernakel dieser Kirche aus nähert sich dir Christus, vollkommener Gott und vollkommener Mensch, der für dich am Kreuz starb und der dir alles schenkt, dessen du bedarfst. Und du gehst achtlos an Ihm vorüber.
Du hast angefangen, dem Herrn in seiner Verborgenheit täglich einen Besuch abzustatten … Es überrascht mich nicht, dass du sagst: Ich spüre eine immer tiefere Liebe zum ewigen Licht vor dem Tabernakel.
»Jesus, ich liebe Dich« – dieses Stoßgebet und wenigstens eine geistige Kommunion … die sollten an keinem einzigen Tag fehlen! Bete sie als Sühne für all die Beleidigungen und Sakrilegien, die der Herr dafür erleidet, dass Er unter uns hat bleiben wollen.
Ist es nicht selbstverständlich, dass wir mit Menschen, die wir von Herzen gern haben, auch einen liebevollen Umgang pflegen und sie freudig begrüßen? – So sollten wir – du und ich – oftmals am Tage Jesus, Maria, Josef und unseren heiligen Schutzengel grüßen!
Verehre unsere heilige Mutter aus ganzem Herzen! Sie versteht sich gut darauf, unsere kleinen Liebesbezeugungen zu erwidern.
Wenn du außerdem täglich im Geiste des Glaubens und der Liebe den Rosenkranz betest, wird Unsere Liebe Frau dafür sorgen, dass du auf dem Wege ihres Sohnes immer weiter voranschreitest.
Wie wäre es möglich, im täglichen Kampf zu bestehen, wenn uns der Beistand unserer Mutter fehlte? – Suchst du ihn beharrlich?
Der heilige Schutzengel begleitet uns ständig, er ist ein Kronzeuge unseres Tuns. Im persönlichen Gericht nach deinem Tode wird er all die kleinen Aufmerksamkeiten bezeugen, die du im Verlauf deines Lebens dem Herrn aus Liebe erwiesen hast. Mehr noch: Wenn du wegen der furchtbaren Anklage des Feindes befürchtest, verlorenzugehen, dann wird dein Engel all jene tiefen Regungen deines Herzens – die du vielleicht schon vergessen hattest – und all die Zeichen der Liebe bezeugen, die du Gott dem Vater, Gott dem Sohn, Gott dem Heiligen Geist gewidmet hattest.
Vergiss also niemals deinen Schutzengel! Und dieser machtvolle Himmelsfürst wird auch dich niemals vergessen, weder jetzt noch in jener entscheidenden Stunde.
Innerlich kalt empfingst du früher die Kommunion … Du achtetest kaum auf den Herrn, jede Kleinigkeit lenkte dich ab …
Jetzt aber steht dir vor Augen – in deinem vertrauten Gespräch mit Gott –, dass die Engel dabei anwesend sind. Dein Verhalten ist nun anders geworden, denn du sagst dir: So dürfen sie mich nicht sehen!
Diesmal ist dir deine Sorge: »Was wird man von mir sagen?« zum Guten ausgeschlagen. Du hast einen kleinen Schritt auf die Liebe zu getan.
Wenn du spürst, dass dein Herz trocken ist und du nichts zu sagen weißt, dann wende dich vertrauensvoll an die Mutter Gottes. Sag ihr: »Du Unbefleckte Mutter, bitte für mich!«
Wenn du sie gläubig anrufst, wird sie dich inmitten deiner Trockenheit Gottes Nähe spüren lassen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10455/ (08.05.2026)