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Du schaffst um dich eine künstliche Atmosphäre des Misstrauens und des Argwohns; wenn du sprichst, machst du den Eindruck eines Schachspielers: Bei jedem Wort denkst du schon an den über-übernächsten Zug …
Erinnere dich, wie das Evangelium die verschlagenen, heuchlerischen Pharisäer und Gesetzeslehrer schildert: die Fragen, die sie Jesus stellten, die Fälle, mit denen sie Jesus befassten, waren Fallstricke, »ut caperent eum in sermone«, damit Er sich darin durch seine Antworten verfangen sollte.
Verabscheue solche Falschheit!
Wenn es dir unangenehm ist, die Wahrheit zu hören – warum fragst du dann?
Vielleicht möchtest du, dass man dir mit »deiner« Wahrheit antwortet, um so deine Irrwege zu rechtfertigen?
Schmerzlich berührt sagte jemand: Manche Menschen haben nichts vom Charakter Jesu Christi an sich, sondern sie tragen nur eine Maske von Ihm. Deshalb gehen ihnen die christlichen Maßstäbe ab: sie verfehlen die Wahrheit und bringen keine Frucht.
Wir, die wir uns als Kinder Gottes zu verhalten bemühen, sollten nicht vergessen, dass der Meister gesagt hat: »Wer euch hört, der hört mich …« – Seien wir also darum bemüht, so wie Christus selbst zu sein und niemals eine Karikatur von Ihm.
Das Resultat von ständiger Heuchelei ist stets ein Leben voller Bitterkeit und Groll.
Herodes äußert den Wunsch: »Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.« Angesichts ähnlicher »Empfehlungen« bitten wir den Heiligen Geist um seinen Beistand. Er möge uns vor der »Protektion« und den »Hilfsangeboten« derartiger Gönner schützen!
Das Licht des wahren Trösters wird uns nicht fehlen, wenn wir – wie die Weisen aus dem Morgenland – die Wahrheit suchen und mit aller Aufrichtigkeit sprechen.
Manche Leute werden ärgerlich, weil du die Dinge so klar aussprichst?
Vielleicht regt sich etwas in ihrem trüben Gewissen, das sie verschleiern möchten.
Bleibe du bei dieser Klarheit! Sie kann ihnen eine Hilfe sein, richtig zu reagieren.
Solange du die Absichten anderer böswillig deutest, hast du kein Recht, für dich selbst Verständnis zu verlangen.
Dies muss korrigiert und jenes muss reformiert werden … So redest du dauernd. – Gut! Aber ändere zuerst dich selbst! Du hast es wirklich nötig! Und damit hättest du schon einen Anfang in deinem Reformprogramm gemacht …
Solange das nicht geschieht, werde ich deinem Rufen nach Erneuerung keinen Glauben schenken.
Unglaublich pharisäisch ist das Verhalten mancher Zeitgenossen! Sie nehmen Anstoß daran, wenn sie von anderen Leuten das hören, was sie selbst vorher zu ihnen gesagt haben.
Du bist ein Schnüffler. Man könnte meinen, das Leben deines Nächsten auszuforschen, sei deine einzige Aufgabe. Als du endlich auf jemanden gestoßen bist, der dich klar und energisch in deine Schranken verwies, fingst du an, dich laut zu beklagen, als ob man dich beleidigt hätte.
So weit geht deine Schamlosigkeit, so verbildet ist dein Gewissen! – Und für wie viele gilt dasselbe …
Mit einem einzigen klugen Schachzug versuchst du, dir zugleich die »Ehrenhaftigkeit« der richtigen Ansicht und die unehrenhaften »Vorteile« der gegnerischen Seite zunutze zu machen.
Dafür gibt es in allen Sprachen nur ein Wort: Verlogenheit.
Wie gütig sie sind! … Sie erklären sich bereit, etwas zu »entschuldigen«, das ohnehin nichts anderes als Lob verdient.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10490/ (08.05.2026)