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Das Rosenkranzgebet ist von besonderer Wirksamkeit für alle, die hauptsächlich geistige Arbeit leisten oder die studieren. Denn die scheinbar monotonen Wiederholungen eines Kindes, das seine Mutter, Unsere Liebe Frau, anfleht, zerstört nach und nach die Keime des eitlen Geltungsbedürfnisses und des Stolzes.
»Du Unbefleckte Jungfrau, ich weiß wohl, dass ich in meiner menschlichen Gebrechlichkeit nichts anderes tue, als Tag für Tag die Menge meiner Sünden zu vermehren …« Dies sei deine Art, mit Maria, unserer Mutter, zu sprechen, sagtest du mir vor ein paar Tagen.
Ich gab dir den entschiedenen Rat, den Rosenkranz zu beten. Gesegnet sei die »Eintönigkeit« des immer wiederholten »Gegrüßet seist du, Maria«, die die Eintönigkeit deiner Sünden wettmacht!
Eine bedauerliche Art, das Rosenkranzgebet schließlich ganz zu unterlassen, ist, es auf die letzte Stunde des Tages zu verschieben.
Vor dem Zubettgehen betet man den Rosenkranz – wenn überhaupt – schlecht und ohne die Geheimnisse zu betrachten. Man verfällt dann leicht in bloße Routine, die die wahre, die einzig mögliche Frömmigkeit erstickt.
Den Rosenkranz zu beten heißt nicht, bloß die Lippen zu bewegen und die einzelnen »Gegrüßet seist du, Maria« hinzumurmeln. Das ist das Plappern der Frömmler …
Das mündliche Gebet des Christen soll in seinem Herzen Wurzeln schlagen, und zwar so, dass der Geist sich beim Rosenkranzgebet in die Betrachtung der einzelnen Geheimnisse versenken kann.
Immer wieder verschiebst du den Rosenkranz auf später, und schließlich unterlässt du ihn ganz, weil du schon zu müde bist. – Solltest du wirklich keine Zeit finden, dann bete ihn unauffällig auf der Straße. Das wird dir außerdem dazu verhelfen, die Gegenwart Gottes lebendig zu halten.
Verehre unsere heilige Mutter aus ganzem Herzen! Sie versteht sich gut darauf, unsere kleinen Liebesbezeugungen zu erwidern.
Wenn du außerdem täglich im Geiste des Glaubens und der Liebe den Rosenkranz betest, wird Unsere Liebe Frau dafür sorgen, dass du auf dem Wege ihres Sohnes immer weiter voranschreitest.
Unsere Liebe Frau ist die Königin des Friedens. Mit diesem Namen ruft die Kirche sie an. Ist deine Seele aufgewühlt, droht Kummer in Familie oder Beruf, kündigt sich Unheil an in der Gesellschaft oder unter den Völkern, dann lass nicht nach, sie so anzurufen: »Regina pacis, ora pro nobis!« – Königin des Friedens, bitte für uns!
Hast du das – zumindest in Zeiten innerer Unruhe – schon versucht? … Du wirst staunend ihre sofortige Hilfe erfahren.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10627/ (08.05.2026)