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Bei deiner albernen Oberflächlichkeit, bei dieser Leichtsinnigkeit im Inneren wie im Äußeren, bei diesem Zögern angesichts der Versuchung, bei diesem »willenlosen Wollen« ist es unmöglich, dass du im inneren Leben vorankommst.
In deinem Leben passen Verstand und Gefühl nicht zusammen.
Dein Verstand, vom Glauben erleuchtet, zeigt dir nicht nur klar den Weg, sondern auch den Unterschied zwischen einer heroischen und einer verschlafenen Art, ihn zu gehen. Vor allem lässt er dich die Größe und die göttliche Schönheit der Aufgaben erkennen, die die Allerheiligste Dreifaltigkeit in unsere Hände legt.
Im Gegensatz dazu spricht dein Gefühl auf alles an, was du eigentlich verachtest, und es tut dies sogar noch, wenn du dir die Verachtungswürdigkeit klar machst. Es ist, als ob tausend kleine Widrigkeiten nur auf die passende Gelegenheit warteten, um – sobald dein armer Wille entweder aus physischer Müdigkeit oder aus verdunkelter Sicht für das Übernatürliche schwächer wird – deine Vorstellungskraft in Beschlag zu nehmen und sich in dir zu einem Gebirge aufzutürmen, das dich entmutigt und erdrückt: nun spürst du nur noch die Härten der Arbeit, dein Widerstreben im Gehorsam, den Mangel an Hilfsmitteln, die Illusion eines sorglosen Lebens … Widerliche Versuchungen im Kleinen und im Großen suchen dich heim, die Irrlichter einer seichten Sentimentalität, die Übermüdung, der bittere Geschmack von geistlicher Mittelmäßigkeit … Und gelegentlich auch die Angst: Angst, weil du weißt, Gott will dich heilig – und du bist es nicht.
Erlaube mir, es dir mit aller Härte zu sagen: Du hast zu viele »Gründe«, um dich abzuwenden, und zu wenig Courage, um der Gnade zu entsprechen, die Er dir schenkt: denn Er hat dich dazu berufen, ein anderer Christus zu sein, »ipse Christus«, Christus selbst! Du hast die Mahnung des Herrn an den Apostel vergessen: »Meine Gnade genügt dir!« Dieses Wort ist die Gewähr dafür, dass du kannst, wenn du nur willst.
Nicht das Gefühl der Frömmigkeit, sondern die entschiedene, großmütige Bereitschaft des Willens, auf das »Werben Gottes« einzugehen, ist für das Wachstum im inneren Leben und im Apostolat notwendig.
Ohne den Herrn könntest du nicht einen einzigen sicheren Schritt nach vorn tun. – Diese Gewissheit, dass du seine Hilfe nötig hast, wird dich zu einer noch innigeren Vereinigung mit Ihm führen: in mutiger und beharrlicher Zuversicht, in Freude und Frieden – und auch dann, wenn der Weg steinig und steil wird.
Betrachte den großen Unterschied in der Handlungsweise eines Menschen je nachdem, ob er sich von natürlichen oder von übernatürlichen Motiven leiten lässt. Im ersten Fall ist der Anfang vielversprechend, aber dann lässt der Schwung allmählich nach. Im zweiten Fall ist der Anfang auch vielversprechend … doch dann ist man bemüht, noch Besseres zu leisten.
Selbstverständlich ist es nicht »schlecht«, aus sauberen menschlichen Motiven heraus anständig zu leben. Aber wie anders ist es doch, wenn die bestimmenden Motive übernatürliche sind!
Der Freund, der sie so hart und doch mit Freude arbeiten sah, meinte: Sagt bloß – ihr tut das alles aus Begeisterung? – Die frohe und ruhige Antwort lautete: Aus Begeisterung? Das gäbe einen großen Reinfall! Nein, wir tun es … »per Dominum Nostrum Iesum Christum!« – durch und für unseren Herrn Jesus Christus, der immerfort auf uns wartet.
Die Welt hat es dringend nötig, dass wir die Eingeschlafenen aufwecken, den Ängstlichen Mut machen, den Verunsicherten Orientierung geben. Mit einem Wort: dass wir alle in den Dienst Christi rufen, damit sie nicht weiter ihre Kräfte vergeuden.
Ein Freund, der wirklich mit Gott verbunden lebte, pflegte vor schweren Aufgaben sich selbst zu ermuntern: »Es ist Zeit, dass du dich ernsthaft entscheidest, etwas zu tun, was die Mühe lohnt.«
Vielleicht hilft auch dir dieser kleine Monolog – Zeichen einer feinfühligen, willensfesten Gottesliebe.
Was für eine Art von christlicher Vollkommenheit meinst du erreichen zu können, wenn du immer nach deiner Laune handelst und nur das tust, »was dir liegt«?
So bekämpfst du deine Fehler nicht, und logischerweise werden aus ihnen dauernd böse Werke hervorgehen. Und gerätst du einmal in eine schwierige Situation, wird dein Wille machtlos sein, weil du ihn nie an einen beharrlichen Kampf gewöhnt hast.
Die »Fassade« wirkt ja recht willensstark und charakterfest. Aber wie viel Laschheit und Willensschwäche verbergen sich dahinter!
Nimm dir fest vor, deine Tugenden nicht zu einer Maskerade werden zu lassen, sondern zu dem selbstverständlichen Habitus, der von innen her deinen Charakter prägt.
Bekümmert und auch ein bisschen abgestoßen, sagst du mir: »Ich kenne Leute, die haben nicht einmal die Kraft, um Hilfe zu rufen …« – Geh nicht an ihnen vorbei! Dein Wille, dich zu retten und sie zu retten, kann zum Ausgangspunkt ihrer Bekehrung werden. Und wenn du recht überlegst, wirst du bemerken, dass auch dir sich einmal eine helfende Hand entgegenstreckte …
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10699/ (08.05.2026)