Nur diese Aphorismen anzeigen
Mitten im Strom von Menschen ohne Glauben und ohne Hoffnung, irrlichternden Geistern, von Ängsten geplagt, auf der Suche nach Lebenssinn, hast du ein Ziel gefunden: Ihn!
Und diese Entdeckung wird deinem Dasein beständig neue Freude verleihen und dich verwandeln. Sie wird dir jeden Tag ein Meer wunderbarer, dir bis dahin verborgener Dinge vor Augen führen, die alle zeigen, wie herrlich weit und breit der Weg ist, der dich zu Gott hinführt.
Hoffen bedeutet nicht, einen ersten Lichtschimmer zu erspähen, sondern vielmehr mit geschlossenen Augen darauf zu vertrauen, dass der Herr das Licht in Fülle besitzt und in dieser Fülle lebt. Er ist das Licht.
»Das Gebet«: Demut des Menschen, der sein tiefes Elend und die Größe Gottes erkennt und sich anbetend an Ihn wendet, da er von Ihm alles und von sich selbst nichts erwartet.
»Der Glaube«: Demut des Verstandes, der auf seine eigenen Maßstäbe verzichtet und sich dem Urteil und der Autorität der Kirche beugt.
»Der Gehorsam«: Demut des Willens, der sich Gott zuliebe einem fremden Willen unterwirft.
»Die Keuschheit«: Demut des Fleisches, das dem Geist untertan sein will.
»Die Abtötung« in den äußeren Dingen: Demut der Sinne.
»Die Buße«: Demut aller Leidenschaften, die Gott aufgeopfert werden.
Demut ist Wahrhaftigkeit auf dem Weg des aszetischen Kampfes.
Vergiss nicht, dass in rein menschlichen Angelegenheiten auch die anderen Recht haben können. Sie sehen dasselbe wie du, aber aus einer anderen Perspektive, in einem anderen Licht, mit anderen Schattierungen und anderen Umrissen.
Nur im Glauben und in der Moral gibt es ein nicht diskutierbares Urteil: das unserer Mutter, der Kirche.
Ich verstehe dich nicht, wenn du mitten in einem Gespräch über Fragen der Moral und des Glaubens die Bemerkung fallen lässt, du seiest ein unabhängiger Katholik …
Unabhängig von wem? Diese – falsche – Unabhängigkeit bedeutet ja, den Weg Christi zu verlassen.
Schließe keine Kompromisse, wenn es um die Lehre der Kirche geht. Bei jeder Legierung ist es immer das edlere Metall, das wertgemindert wird.
Außerdem – dieser Schatz gehört ja nicht dir. Das Evangelium mahnt uns, dass der Eigentümer von dir Rechenschaft verlangen wird, wenn du es am wenigsten erwartest …
Du hast recht: es gibt Katholiken, die praktizieren und fromm sind in den Augen der Leute und vielleicht auch wirklich ehrlich – aber sie stellen sich naiv in den Dienst der Kirchenfeinde …
Unter so verschiedenen und von ihnen missverstandenen Begriffen wie etwa »Ökumenismus«, »Pluralismus« oder »Demokratie« hat sich in ihr eigenes Zuhause der ärgste Feind eingeschlichen: die »Unwissenheit«.
Es ist leicht, von vornherein »Nein« zu sagen und eine Glaubenswahrheit zu bestreiten oder zu bezweifeln. Das war zur Zeit Jesu Christi schon so. Du, der du dich als Katholik bekennst, musst vom »Ja« ausgehen.
Danach wirst du sie studieren und in der Lage sein, die Gewissheit hinsichtlich dieses »Ja« zu begründen. Denn es gibt zwischen Wahrheit und Wissenschaft, zwischen Wahrheit und Leben keinen Widerspruch – es kann ihn auch gar nicht geben.
»Das ist mein Leib …« – Jesus opferte sich, und Er verbarg sich unter der Gestalt des Brotes … Jetzt ist Er dort so gegenwärtig – mit Fleisch und Blut, mit Seele und Gottheit –, wie Er Thomas gegenwärtig war, als dieser seine Finger in die Wunden des verklärten Leibes legen durfte.
Du aber gehst oft an Ihm vorbei und hast für Ihn nicht einmal den kurzen Gruß übrig, den du einem Bekannten, der dir begegnet, aus Höflichkeit entbietest.
Du hast viel weniger Glauben als Thomas!
Mit Leib und Seele hat er sich der Unreinheit hingegeben. Sein Glaube ist dabei allmählich ausgelaugt worden … aber im Grunde weiß er genau, dass sein Problem kein Glaubensproblem ist.
Christentum ist immer nonkonformistisch; es passt sich der Welt nicht an. Das ist vielleicht sein »größter Nachteil« und das Banner derer, die von der Welt »besessen« sind.
Du magst dich nicht damit abfinden, sagst du, einen konventionellen Allerweltsglauben wie so viele andere Menschen zu haben …
In der Tat: Dein Glaube muss ein persönlicher Glaube sein. Und das bedeutet: ein verantwortungsbewusster Glaube!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11556/ (08.05.2026)