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Nachdem du dich entschieden hast, entdeckst du jeden Tag Neues. Du erinnerst dich an gestern, als du dich immer wieder fragtest: »Und wie ist es hiermit … und wie steht es damit …?«, um dann in deinen Zweifeln oder in deinen Enttäuschungen herumzustochern.
Jetzt findest du immer die richtigen Antworten – immer gut begründet und klar. Und wenn sie sich auf eine deiner manchmal naiven Fragen beziehen, dann kommt dir in den Sinn: »So muss Jesus mit den ersten Zwölf umgegangen sein.«
Beklage dich nicht, wenn du leidest. Nur kostbare Steine werden geschliffen.
Es tut weh? – Danke Gott für den »Schliff«, denn Er hat dich wie einen Diamanten in seine Hände genommen … Ein gewöhnlicher Kieselstein wird nicht derart bearbeitet.
Man muss den Menschen beibringen, wie sie arbeiten sollen; dabei darf man die theoretische Vorbereitung nicht überbewerten, weil ja das praktische Tun auch zur Ausbildung dazugehört. Die unvermeidlichen Fehler in der Arbeit muss man hinnehmen; denn das Bessere ist der Feind des Guten.
Sehr oft besteht die Aufgabe des Leiters einfach darin, dass er es fertigbringt, die ihm Anvertrauten »ins Schlepptau zu nehmen«. Mit Geduld und Liebe.
Menschen, die dir auch nein sagen können, verdienen zunächst einmal Achtung. Doch darüber hinaus bitte sie, ihr Nein zu begründen, um dabei zu lernen … oder etwas richtigzustellen.
Diamanten erhalten ihren Schliff durch Diamanten – und die Seelen durch andere Seelen.
Für die Menschen in deiner täglichen Umgebung sollst du viel Verständnis und Anteilnahme zeigen, natürlich mit der dazu nötigen Entschlossenheit – denn sonst werden Verständnis und Anteilnahme leicht zu Komplizenschaft und Egoismus.
Wenn du ärgerlich wirst – manchmal kann es nötig sein, andere Male geschieht es aus Schwäche –, dann nur für ganz kurze Zeit – und immer mit spürbarer Zuwendung, in Liebe!
Zurechtweisen – oft ist es nötig. Tu es jedoch immer so, dass der Betroffene den konkreten Weg zur Besserung erkennen kann – nie aber aus schlechter Laune!
Wenn eine Zurechtweisung sein muss, dann soll sie ebenso deutlich wie freundlich, manchmal sogar mit einem Lächeln, erfolgen. Niemals – oder allenfalls sehr selten – im Zorn.
Du fühlst dich als »Treuhänder« des absolut Guten und Wahren? Du hältst dich deshalb für zuständig und berechtigt, das Böse unerbittlich auszurotten?
Auf diesem Wege wirst du nichts ausrichten! Das geht nur aus Liebe und mit Liebe – und im Gedanken daran, dass Er, der die LIEBE ist, dir so vieles vergeben hat und immer weiter vergibt.
In der Tat: das Alte verdient unseren Respekt, das Überkommene unsere Dankbarkeit. Wir haben daraus zu lernen und müssen die Erfahrungen beherzigen. Aber wir dürfen nicht übertreiben, alles zu seiner Zeit. Tragen wir etwa noch Pluderhosen und Wams? Ziert unser Haupt vielleicht noch die gepuderte Perücke?
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11627/ (08.05.2026)