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Menschen verschiedener Länder und Rassen, aus unterschiedlichen Lebensumständen und Berufen … Wenn du mit ihnen über Gott sprichst, verspürst du hautnah den menschlichen und übernatürlichen Wert deiner Berufung als Apostel. Es ist, als ob du das Wunder jener ersten Verkündigung der Jünger Christi in seiner vollen Wirklichkeit abermals erlebtest: Die Botschaft von einem neuen Weg, verkündet in einer fremden Sprache, wird von jedem Hörer in seiner Muttersprache verstanden und dringt in die Tiefe seines Herzens.
Und du begreifst, dass das Geschehen von einst wiederum Wirklichkeit wird: »Parther, Meder und Elamiter …« – sie alle haben sich voller Freude Gott genähert.
Beabsichtige nicht, die Welt in ein Kloster zu verwandeln, denn das wäre eine Verirrung … Aber versuche auch nicht, aus der Kirche einen weltlichen Verein zu machen, denn das wäre Verrat.
Die immerwährende Lebenskraft der katholischen Kirche verbürgt uns, dass die Wahrheit und der Geist Christi niemals an den Bedürfnissen der Zeiten vorbeigehen.
Die wahre Einheit kann nicht dadurch gefördert werden, dass man neue Spaltungen verursacht … Am wenigsten dann, wenn deren Initiatoren aus Selbstherrlichkeit die legitime Autorität zu verdrängen suchen, um sie dann an sich zu reißen.
»Ich war«, schreibt jemand, »sozusagen ein Einzelkämpfer im Krieg. Ich durchstreifte das Gebirge und focht nur dann, wenn es mir behagte. Später habe ich gedacht, dass ich mich doch in die reguläre Truppe einreihen sollte. Ich begriff, dass Kriege leichter von einer richtigen, disziplinierten Armee gewonnen werden. So ein armer Einzelkämpfer kann eben nicht ganze Städte einnehmen oder die Welt erobern … Also hängte ich meine altmodische Flinte an den Nagel – und jetzt bin ich gut ausgerüstet. Freilich, ich weiß wohl, dass ich mich nicht mehr im Gelände unter einem schattigen Baum hinlegen kann, um davon zu träumen, wie ich ganz allein den Krieg gewinne.«
Gesegnet sei die Disziplin, gesegnet sei die Einheit unserer heiligen Mutter, der Kirche.
Vielen aufrührerischen Katholiken möchte ich gerne sagen, dass die, die sich nicht in Disziplin und Gehorsam der legitimen Autorität unterordnen, gegen ihre Pflicht und Schuldigkeit verstoßen. Sie werden zu einer »Partei«, zu einer Art von privaten Konventikeln, in denen intrigante Kampfhähne und Klatschbasen ihre sinnlosen persönlichen Streitigkeiten austragen und Wirrwarr und Krisen hervorrufen.
»Custos, quid de nocte!« – Wächter, wie lange noch dauert die Nacht? Halte Wache!
Es wäre gut, wenn auch du dich daran gewöhntest, im Verlauf der Woche einen »Wachetag« zu halten: einen Tag, an dem du dir deiner Hingabe an Gott bewusster wirst, aufmerksamer kleine Erweise der Liebe übst, das Gebet und das Opfer ein wenig verstärkst.
Halte dir vor Augen, dass die Heilige Kirche einem großen Heer gleicht, welches in Schlachtordnung aufgestellt ist. Und du gehörst zu ihm; du verteidigst deinen »Frontabschnitt«, wo Angriffsschlachten und Gegenattacken toben. Verstehst du?
Dieses Bereitsein wird dich Gott immer näher bringen und deinen Willen stärken, alle deine Tage, einen nach dem andern, in »Wachetage« zu verwandeln.
Wenn du dein Vaterland liebst – und ich bin sicher, dass du es liebst –, wirst du nicht zögern, dich bei drohender Gefahr als Freiwilliger zu seiner Verteidigung zu melden. In der Stunde der Not – schon einmal sagte ich es – werden alle gebraucht: Männer und Frauen, Hochbetagte, solche in den besten Jahren, Junge, sogar Jugendliche. Nur die durch Krankheit oder Gebrechen Untauglichen und die Kinder sind ausgenommen.
Was jeden Tag geschieht, ist weit mehr als nur ein Aufruf an einige Freiwillige, es ist eine Generalmobilmachung, um das Königreich Jesu Christi zu verteidigen. Und der König selbst, Jesus, hat dich ausdrücklich bei deinem Namen gerufen. Er erbittet von dir, dass du die Schlachten Gottes kämpfst und dabei deine ganze Seele: dein Herz, deinen Willen, deinen Verstand, dein ganzes Sein in Seinen Dienst stellst.
Hör nun gut zu: Wenn du ein reines Leben führst und dich unter den besonderen Schutz der Muttergottes stellst, ist die Versuchung des Fleisches kein Problem. – Oder möchtest du wirklich eine Art Krankheit simulieren – mit den Symptomen Herz-, Willens- oder Geistesschwäche –, um dich feige jener Mobilmachung zu entziehen? Ziehst du es wirklich vor, dich »krankschreiben« zu lassen und dich dann mit irgendwelchen Hilfsdiensten zu begnügen?
Der Herr will dich als seinen Kämpfer in der vordersten Linie! Und du bist es ja schon! Wenn du dich jetzt davonmachst – als ein Verräter! – wie trostlos …
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11769/ (08.05.2026)