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Du plätscherst in den Versuchungen herum, bringst dich dabei in Gefahr, spielst mit Blicken und mit Vorstellungen, ergehst dich in seichtem Geschwätz. - Und dann bist du verstört, wenn Zweifel, Skrupel, Verwirrung, Trübsinn und Niedergeschlagenheit auf dich einstürmen.
Du mußt mir zugeben, daß du wenig konsequent bist.
Wie willst du die Gegenwart Gottes in deinem Leben erfahren, wenn deine Blicke ständig irgendwo umherschweifen? - Du gehst unter in Nebensächlichkeiten!
"Gerade in den unpassendsten Momenten schwirren mir tausend Ablenkungen durch den Kopf", so sagst du mir. Deshalb habe ich dir empfohlen, gewisse Zeiten des inneren Schweigens einzuhalten… und deine Sinne - innerlich wie äußerlich - an die Zügel zu nehmen.
Bis jetzt, solange du Ihn noch nicht gefunden hattest, wolltest du mit "offenen Augen", wie man so sagt, durch das Leben gehen, damit dir ja nichts entgehe… Von diesem Moment an - geh durch das Leben mit "reinen" Augen, damit du an seiner Seite all das siehst, worauf es ankommt.
Die heilige Reinheit: Demut des Fleisches! Herr, so batest du Ihn, schütze mein Herz durch sieben Riegel! Ich riet dir, außerdem um die "Würde eines Achtzigjährigen" zu bitten, weil du noch jung bist.
Und noch etwas: Sei wachsam… Ein Funken läßt sich leichter auslöschen als ein loderndes Feuer. Fliehe…, denn auf diesem Felde "tapfer" sein zu wollen, ist nichts als Feigheit. Laß deine Blicke nicht umherschweifen… Das beweist nämlich nicht etwa deine "Aufgewecktheit", sondern nur, daß du dem Teufel auf den Leim gehst!
Dennoch, all diese menschlich kluge Vorsorge zusammen mit Abtötung, Bußband, Bußgeißel, Fasten - wie wenig vermag das alles ohne Dich, mein Gott!
Ein junger Mann, der gerade seine innerste Hingabe an Gott besiegelt hatte, sagte: "Und was ich jetzt brauche, ist: weniger Worte machen, Kranke besuchen und auf dem Fußboden schlafen."
Schreib es dir hinter die Ohren!
Eins dürfen wir nicht vergessen: in allen menschlichen Unternehmungen muß es Männer und Frauen geben, die in ihrem Leben und in ihren Werken das Kreuz Christi aufrichten - alles überragend, sichtbar und heilend. Als Wahrzeichen des Friedens und der Freude, als Unterpfand der Erlösung, der Einheit des Menschengeschlechts und der Liebe, die Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiliger Geist, die Allerheiligste Dreifaltigkeit der Menschheit geschenkt hat und immerfort neu schenkt.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/12041/ (04.04.2026)