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Willig gehorchen – aber mit Intelligenz, in Liebe und verantwortungsbewusst, was keinesfalls bedeutet, über die Leitenden Urteile zu fällen.
In der Erfüllung apostolischer Aufgaben darf dein Gehorsam nicht abhängen von deiner Meinung über die menschlichen Qualitäten oder die Führungseigenschaften des Leiters. Dann wäre nämlich der Gehorsam keine Tugend mehr.
Kreuze können sehr verschieden sein: aus Diamanten, aus Perlen, aus Smaragden, aus Emaille, aus Elfenbein … auch aus Holz, wie das Kreuz unseres Herrn. Jedes Kreuz verdient die gleiche Verehrung, denn jedes erinnert uns an das Opfer des menschgewordenen Gottes. – Übertrage diese Erwägung auf deinen Gehorsam und vergiss nicht, dass Er, ohne zu zögern, das Holz des Kreuzes voll Liebe umarmt und uns so erlöst hat.
Nur wenn du gehorchst und damit die Lauterkeit deiner Absicht gezeigt hast, kannst du noch mit einer brüderlichen Zurechtweisung – nach den erforderlichen Bedingungen erteilt – helfen und durch die Erfüllung dieser Pflicht die Einheit festigen.
Gehorsam … mit dem Wort, mit dem Herzen und mit dem Verstand. Gehorsam, nicht einem Menschen, sondern Gott gegenüber …
Du liebst die Tugend des Gehorsams nicht, wenn du die gegebene Anweisung nicht wirklich liebst – wenn du also, was dir aufgetragen worden ist, nicht wirklich im Innern annimmst.
Viele Nöte lassen sich sofort beheben, andere mit der Zeit. Aber alle überwinden wir, wenn wir treu sind, das heißt, wenn wir gehorchen und das, was geboten ist, erfüllen.
Gehorche ohne viel unnützes Grübeln … Missmut oder Unlust gegenüber einer Anweisung zu äußern, ist eine bedeutsame Verfehlung; sie zu »empfinden« ist jedoch keine Schuld, sondern kann sogar Gelegenheit bieten, durch kraftvolle Selbstüberwindung einen heroischen Tugendakt zu setzen …
Nicht ich habe das erfunden. Erinnerst du dich? Das Evangelium berichtet von dem Familienvater, der seinen beiden Söhnen den gleichen Auftrag gab … Und Jesus freut sich über den, der trotz anfänglichen Widerspruchs ihn dann doch erfüllt! Der Herr freut sich, weil der Gehorsam Frucht der Liebe ist.
Sehr häufig hat der Ungehorsam seinen Grund in »verschlossenen Ohren«. Man will den Befehl nicht hören. Und warum nicht? Weil es an Demut oder an Dienstbereitschaft fehlt …
Du möchtest in rechter Weise gehorchen? Dann höre vor allem genau hin, damit du Tragweite und Sinn der Anweisung begreifst. Und hast du etwas nicht verstanden, dann frage!
Die Kirche achtet mit ehrfürchtiger Sorgfalt auch auf die liturgischen Formen, damit wir die Schönheit der Geheimnisse unseres Glaubens immer tiefer erfassen und inniger lieben. Ähnlich, wenn auch auf einer anderen Ebene, begegnen wir mit einer natürlichen Höflichkeit, die von innen kommt – ohne übertriebenes Gehabe –, und mit ungezwungenen, aber respektvollen Umgangsformen unseren Leitern, denn durch sie erfahren wir, was Gott von uns will.
Maria »bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen …«
Wo eine reine und aufrichtige Liebe vorherrscht, da wird die Ordnung – mag sie bisweilen auch Opfer verlangen – niemals zu einer Last, denn sie verbindet mit dem geliebten Herrn.
Ahme nicht das Beispiel derer nach, die, kaum dass sie eine Weisung erhalten haben, schon überlegen, wie sie sie abändern können. Man möchte meinen, sie haben zuviel »Persönlichkeit«! Doch sie stiften nur Zwietracht und Durcheinander.
Die Heilige Familie ruht. Da erscheint der Engel Josef im Traum und befiehlt, nach Ägypten zu fliehen. Maria und Josef nehmen das Kind und machen sich sofort auf den Weg. Weder lehnen sie sich auf, noch suchen sie auszuweichen, noch warten sie, bis es Tag wird.
Sag Unserer Lieben Frau, unserer Mutter Maria, und dem heiligen Josef, unserem Vater und Herrn, dass auch wir, ohne zu zögern, jede Widrigkeit, die uns unerwartet trifft, als Gelegenheit zur Buße gern annehmen wollen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/12098/ (08.05.2026)