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Für gewöhnlich entfaltet die Gnade ihre Wirkungen – ähnlich wie die Natur – in Stufen. Strenggenommen können wir diesem Prozess nicht vorgreifen. Aber in allem, was von uns abhängt, müssen wir der Gnade den Boden bereiten und mitwirken, wenn Gott sie uns schenkt.
Deshalb muss die Seele auf das höchste Ziel hin ausgerichtet sein: sie muss zu diesem Ziel, das Christus ist, sanft gedrängt, aber auch bis zur letzten Konsequenz geführt werden, ohne Kompromisse, ohne Relativierungen … Doch dürfen wir dabei nicht vergessen, dass ja Heiligkeit primär keine Sache von »Kraftakten« ist. Im allgemeinen hat die Gnade ihren eigenen Rhythmus, der sich gewaltsamen Anstrengungen entzieht.
Eine heilige Ungeduld darfst du, sollst du sogar entfachen – aber verlier dabei nicht die Geduld!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/surco/668/ (27.04.2026)