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Hier hast du einen Rat für deine Gewissenserforschung!
Habe ich heute im Geist der Sühne die Widrigkeiten angenommen, die Gott für mich bestimmt hatte? Auch die, deren Grund in der Eigenart meiner Mitmenschen lag? Und die, die von meiner eigenen Armseligkeit herrühren?
Habe ich dem Herrn den Schmerz über die Beleidigungen, die ich Ihm – so oft! – zufügte, als Sühne aufgeopfert? Habe ich Ihm meine innere Beschämung und Demütigung aufgeopfert, die ich darüber empfinde, dass ich auf dem Weg des wirklichen Christseins nur so langsam vorankomme?
Wenn unser Blick getrübt ist und unsere Sehkraft schwindet, müssen wir dichter an die Lichtquelle herantreten. Christus hat uns gesagt, dass Er das Licht der Welt ist und gekommen, um die Kranken zu heilen.
Deshalb sollen deine Krankheiten und – falls Gott sie zulässt – deine Stürze dich nicht von Christus entfernen, sondern dich Ihm nähern!
Wenn du einen Fehler begangen hast, sei er groß oder klein, wirf dich sofort in die Arme Gottes!
Richte dich auf an den Worten des Psalms: »Cor contritum et humiliatum, Deus, non despicies« – ein zerknirschtes, gedemütigtes Herz wird der Herr niemals verschmähen, niemals von sich weisen.
Keineswegs fehlt mir die wahre Freude, im Gegenteil! Und doch möchte ich, wenn ich auf meine Erbärmlichkeit schaue, wie Paulus ausrufen: Ich unglücklicher Mensch!
Deshalb wächst in mir der Wunsch, von Grund auf die Hindernisse zu beseitigen, die das eigene Ich errichtet.
Erschrick nicht! Lass den Mut nicht sinken, wenn du deine Fehler entdeckst … und was für Fehler!
Streng dich an, sie zu überwinden. Und sei in deinem Ringen gewiss, dass es für dich gut ist, all diese Schwächen zu spüren; sonst würdest du hochmütig werden, und Hochmut trennt von Gott.
Betrachte die Güte Gottes und staune, denn Christus will in dir leben … obwohl du die ganze Last deines leiblichen und geistlichen Elends verspürst, deiner Niederträchtigkeit, deiner staubgeborenen Existenz!
Ja, gerade dann sollst du den Ruf Gottes in dir vernehmen, denn Christus – Gott und Mensch – versteht mich und hilft mir als mein Bruder und mein Freund.
Wenn deine Verirrungen dich demütig machen, wenn sie dich dahin bringen, entschlossener nach der starken Hand Gottes zu greifen, dann sind sie ein Weg zur Heiligkeit! »Felix culpa« – selige Schuld! – singt die Kirche.
Die demütige Seele lässt beim Anblick der eigenen Fehler den Mut nicht sinken.
Echte Demut drängt nur zu einem: um Vergebung zu bitten!
Jesus, meine Liebe! Nur daran zu denken, dass ich Dich wieder beleidigen kann … »Tuus sum ego … salvum me fac!« – ich bin Dein, rette mich!
Du reine, makellose Jungfrau, du meine Mutter! Verlass mich nicht! Blicke auf mein armes Herz, das tief betrübt ist. – Ich will meinen Herrn nicht beleidigen!
Ich weiß – und niemals will ich es vergessen! –, dass ich nichts wert bin. Meine Nichtigkeit und Einsamkeit lasten schwer auf mir. Und doch – ich bin ja nicht allein: Du, gütige Mutter, Du, Gott mein Vater – ihr verlasst mich nicht.
Dieser irdische Leib lehnt sich auf, teuflische Versuchungen erheben sich gegen meinen Glauben … Aber ich liebe Jesus, ich glaube an Jesus. Ich liebe! Ich glaube!
Wenn du merkst, dass du – aus welchen Gründen auch immer – verzagst, dann sage es Ihm, überlasse dich Ihm: Herr, ich vertraue auf Dich, ich gebe mich Dir ganz hin, hilf Du mir in meiner Kraftlosigkeit!
Sage Ihm auch, voll Vertrauen: Sieh mich an, Jesus. Ich bin vor Dir wie ein schmutziger Lappen. Es ist schrecklich, wie ich gelebt habe. Ich verdiene nicht, Dein Sohn zu sein … Sage Ihm das, sag es Ihm immer wieder.
Bald wirst du seine Stimme vernehmen: »Ne timeas!« – Fürchte dich nicht! Oder auch: »Surge et ambula!« – Steh auf und geh deinen Weg weiter!
Heiligkeit besteht im Kampf, im Wissen, dass wir Fehler haben, und im heroischen Bemühen, sie zu überwinden.
Noch einmal! Um Heiligkeit ringen heißt, diese Fehler zu überwinden trachten. Allerdings, Fehler werden wir auch noch haben, wenn wir einmal sterben. Erschiene uns das anders – ich sagte es dir schon –, so wären wir schlicht und einfach hochmütig.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/11721/ (08.05.2026)