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Es gibt 11 Nummer in «Im Feuer der Schmiede» deren Stichwort lautet Kindschaft, geistliche  → Leben des Kindschaft.

Kind – entflammt dich nicht der mächtige Wunsch zu erreichen, dass alle Ihn lieben?

Gutes Kind! Hier auf Erden küssen Liebende, was vom Geliebten kommt: Blumen, einen Brief, ein Andenken …

Und du … wirst du jemals vergessen können, dass du Ihn – Jesus! – immerfort bei dir hast? Wirst du vergessen … dass Er sich dir als Speise schenkt?

Das unverständige Kind heult und stampft mit den Füßen, wenn die Mutter ganz zart mit einer Nadel in seinen Finger sticht, um einen Splitter herauszuziehen … Das verständige Kind mag die Augen voller Tränen haben – das Fleisch ist schwach –, aber es schaut dankbar auf die gute Mutter, die ihm ein wenig Schmerz zufügt, damit ihm größere Leiden erspart bleiben.

Jesus, ich möchte ein verständiges Kind sein …

Eile nach Bethlehem, nähere dich dem Kind, tanze vor Ihm, sage Ihm Worte der Liebe, drücke es an dein Herz …

Ich rede nicht von Kindereien: Ich spreche von Liebe, die Liebe wird im Tun sichtbar. Im Innersten deiner Seele kannst du das Kind umarmen!

Zeigen wir Jesus, dass wir Kinder sind! Wie viel Mühe kostet es ein Kind – ein wirkliches, kleines Kind –, bis es sich eine Treppenstufe höher hinaufgearbeitet hat! Da steht es nun, in scheinbar vergeblicher Mühe. Eine Stufe hat es schon geschafft. Dann, mit Händen und Füßen, mit der Anstrengung des ganzen Körpers wieder eine – ein neuer Triumph! Aber der Kampf beginnt von neuem. Wie anstrengend! Nur noch wenige Stufen bis oben … aber dann … ein Fehltritt … und wieder ganz unten! Mit blauen Flecken, die Augen voll Tränen macht sich das arme Kind abermals an den Aufstieg.

So ist es mit uns, Jesus, wenn wir auf uns allein angewiesen sind. Nimm Du uns in Deine liebenden Arme als der große, gute Freund der echten Kinder. Hilf uns, bis wir ganz oben angekommen sind. Und dann … ja, dann wird es uns gelingen, auf Deine barmherzige Liebe zu antworten. In kindlicher Verwegenheit werde ich Dir, Herr, sagen, dass – Maria und Josef ausgenommen – kein Sterblicher – auch nicht die, die große »Toren« aus Liebe gewesen sind – Dich so geliebt hat und Dich so lieben wird, wie ich Dich liebe!

Mach dir nichts daraus, wenn du – so habe ich dir gesagt – kleinen kindlichen Einfällen folgst. Solange sie nicht der Routine entspringen, sind sie fruchtbar.

Ein Beispiel: Nehmen wir einmal an, jemand, der den Weg der geistlichen Kindschaft geht, käme auf die Idee, abends vor dem Schlafengehen eine Holzstatue Unserer Lieben Frau gut zuzudecken.

Der Verstand rebelliert gegen eine Handlung, die ihm deutlich als sinnlos erscheint. Aber die kleine Seele, die den Anhauch der Gnade gespürt hat, sieht ebenso deutlich, ein Kind würde aus Liebe so handeln.

So erhebt sich der starke Wille, den alle besitzen, die »klein im Geiste« sind, und zwingt den Verstand zum Rückzug … Wenn die kindliche Seele weiterhin jeden Abend die holzgeschnitzte Madonna zudeckt, tut sie mit diesem kleinen, kindlichen Einfall täglich etwas, das vor Gott fruchtbar ist.

Wenn du ein echtes Kind bist und wenn du – falls Gott es für dich so will – die Wege der geistlichen Kindschaft gehst, wirst du unbesiegbar sein.

Du musst die dringende Notwendigkeit empfinden, dich klein, mittellos und schwach zu sehen. Dann wirst du dich in den Schoß unserer himmlischen Mutter flüchten … mit Stoßgebeten, Blicken voller Liebe, marianischen Frömmigkeitsübungen … Das alles gehört zum Wesen der geistlichen Kindschaft.

Unsere Liebe Frau wird dich beschützen.

Begnüge dich nicht damit, zum Heiligen Geist, deinem Beistand, nur zu sprechen. Höre auf Ihn!

Betrachte in deinem Gebet, wie das Leben der geistlichen Kindschaft, das dir die Tiefe deines Daseins als Kind Gottes erschloss, dich mit kindlicher Liebe zum Vater erfüllt hat; betrachte auch, wie du zuvor durch Maria zu Jesus gelangtest, den du brennend liebst wie ein Freund, wie ein Bruder, wie ein Liebhaber, der du ja bist …

Nun hörst du meinen Rat und merkst, dass du bis jetzt die Einwohnung des Heiligen Geistes in deiner Seele wohl begriffen, dich die Realität dieser Gegenwart aber noch nicht »ergriffen« hatte. Dir fehlte das, was ich dir gerade als Anregung zu geben versuchte. Jetzt empfindest du in dir die Liebe selbst; du suchst den Umgang mit Ihm und wünschst, Ihm Freund und Vertrauter zu sein … du möchtest es Ihm leichtmachen, in dir manches abzuschleifen, auszureißen, zu entzünden …

Dann wieder der Gedanke: Aber ich kann das nicht! – Ich sage es noch einmal: Höre auf Ihn! Er wird dir Kraft geben. Er wird alles in dir wirken, wenn du nur willst … und du willst doch!

Bete zu Ihm: Du göttlicher Gast meiner Seele, Du Lehrer, Licht, Lenker, Liebe: Gib, dass ich lerne, Dich freudig aufzunehmen, auf Deine Unterweisung zu hören, mich entflammen zu lassen, Dir zu folgen, Dich zu lieben.

Du bist dessen sicher: Gott ließ dich klar erkennen, du solltest wieder in vielen winzigen Details die Art eines kleinen Kindes nachahmen, die früher dein inneres Leben gekennzeichnet hat, und du solltest monate- oder auch jahrelang bei diesen heroischen Kleinigkeiten ausharren. Es macht nichts aus, wenn das Gefühl dabei – wie so oft für das Gute – taub bleibt. Harre aus auf diesem Weg – wenn nötig mit einem gefühlskalten Wollen, aber mit liebender Entschlossenheit.

Fordere dich ohne Zimperlichkeit! Viele Menschen tun das ganz unauffällig in ihrem Leben, damit allein der Herr Licht ist.

Ich wünschte, du und ich könnten auch so empfinden wie jener Bekannte, der sich ganz Gott hingeben wollte. Er schrieb am Fest der Heiligen Familie, das damals in der Woche nach Erscheinung des Herrn gefeiert wurde:

»Mir fehlt es nicht an kleinen Kreuzen. Das von gestern – es hat mich sogar Tränen gekostet – führte mich zu der Überlegung, dass der heilige Josef, mein Vater und Herr, und meine Mutter Maria mich, ›ihr Kind‹, nicht ohne weihnachtliche Bescherung lassen wollten. So schenkten sie mir Licht, meine Undankbarkeit gegen Jesus zu erkennen – entspreche ich Seiner Gnade doch ganz ungenügend – und meine schwere Verfehlung, denn mit meinem schändlichen Verhalten widersetze ich mich dem heiligsten Willen Gottes, der mich zu seinem Werkzeug machen will.«