430
Begnüge dich nicht damit, zum Heiligen Geist, deinem Beistand, nur zu sprechen. Höre auf Ihn!
Betrachte in deinem Gebet, wie das Leben der geistlichen Kindschaft, das dir die Tiefe deines Daseins als Kind Gottes erschloss, dich mit kindlicher Liebe zum Vater erfüllt hat; betrachte auch, wie du zuvor durch Maria zu Jesus gelangtest, den du brennend liebst wie ein Freund, wie ein Bruder, wie ein Liebhaber, der du ja bist …
Nun hörst du meinen Rat und merkst, dass du bis jetzt die Einwohnung des Heiligen Geistes in deiner Seele wohl begriffen, dich die Realität dieser Gegenwart aber noch nicht »ergriffen« hatte. Dir fehlte das, was ich dir gerade als Anregung zu geben versuchte. Jetzt empfindest du in dir die Liebe selbst; du suchst den Umgang mit Ihm und wünschst, Ihm Freund und Vertrauter zu sein … du möchtest es Ihm leichtmachen, in dir manches abzuschleifen, auszureißen, zu entzünden …
Dann wieder der Gedanke: Aber ich kann das nicht! – Ich sage es noch einmal: Höre auf Ihn! Er wird dir Kraft geben. Er wird alles in dir wirken, wenn du nur willst … und du willst doch!
Bete zu Ihm: Du göttlicher Gast meiner Seele, Du Lehrer, Licht, Lenker, Liebe: Gib, dass ich lerne, Dich freudig aufzunehmen, auf Deine Unterweisung zu hören, mich entflammen zu lassen, Dir zu folgen, Dich zu lieben.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/forja/430/ (08.05.2026)