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Sei in deinen Frömmigkeitsübungen beständig, fordere sie dir ab, auch wenn du müde bist oder sie dir öde vorkommen. Harre aus! Solche Zeiten des Gebetes sind wie die rotgestrichenen, langen Pflöcke an den Straßen im Hochgebirge; wenn der Schnee alles bedeckt, bleiben sie immer noch gut sichtbar als Orientierungspunkte, die – immer! – den sicheren Weg zeigen.
Das innere Leben erstarkt dank der Mühe um die täglichen Frömmigkeitsübungen. Verrichte sie – nein, mehr: erfülle sie mit Leben und Liebe, denn unser Weg als Kinder Gottes ist ein Weg der Liebe.
Sauberes Leben und heilige Reinheit sind stets einer ernsten Gefährdung ausgesetzt, die jeden von uns – auch die von Gott zur Ehe Berufenen – betreffen kann: die Gefahr, im geistlichen wie auch im beruflichen Leben abzusacken, zu egozentrischen Eigenbrötlern zu werden, zu Menschen ohne Liebe …
Geh mit allen Kräften gegen diese Gefahr an, ohne dich auf irgendwelche Kompromisse einzulassen.
Den Frieden, der die Freude mit sich bringt, kann die Welt nicht geben.
Die Menschen sind ständig dabei, Frieden zu schließen, und ständig lassen sie sich in Kriege verwickeln; denn sie haben die Lehre vergessen, dass man im eigenen Innern kämpfen und sich auf die Hilfe Gottes stützen muss, damit Er der Sieger sei und so sein Friede herrsche – im eigenen Herzen, im eigenen Zuhause, in der Gesellschaft und in der Welt.
Wenn wir uns so verhalten, werden wir, du und ich, von Freude erfüllt werden, denn sie gehört denen, die siegen; und mit der Gnade Gottes – der keine Schlacht verliert – werden wir siegen, wenn wir demütig sind.
Die Freude ist ein christliches Gut, das wir besitzen, solange wir kämpfen, denn es ist Folge des Friedens, und der Friede ist die Frucht des Sieges im Kampf, und das Leben des Menschen auf Erden – so lesen wir in der Heiligen Schrift – ist Kampf.
Wisse die Hilfe deines geistlichen Leiters zu schätzen, suche sie! In der vertraulichen Aussprache mit ihm enthülle dein Herz ganz – auch dann, wenn es voller Fäulnis ist! –, aufrichtig und mit dem Wunsch, geheilt zu werden. Sonst wird die Fäulnis niemals verschwinden.
Wenn du dich an jemanden wendest, der deine Wunden nur oberflächlich versorgen kann, dann bist du feige! Im Grunde willst du die Wahrheit geheimhalten und schadest dir damit selbst.
Erschrick nicht! Lass den Mut nicht sinken, wenn du deine Fehler entdeckst … und was für Fehler!
Streng dich an, sie zu überwinden. Und sei in deinem Ringen gewiss, dass es für dich gut ist, all diese Schwächen zu spüren; sonst würdest du hochmütig werden, und Hochmut trennt von Gott.
Erneuere mit Stoßgebeten den Glauben, die Hoffnung, die Liebe – auch wenn deine Seele manchmal nur Widerwillen empfindet und dir das alles wie bloßes Geplapper vorkommt. Werde nicht müde! Denn sonst steht mitten aus dem Guten das Böse auf und reißt dich mit sich.
Wird der innere Kampf irgendwann einmal mühsamer, dann ist die Stunde gekommen zu beweisen, dass unsere Liebe echt ist.
»Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung fallet …« Wie erstaunlich ist die Erfahrung, dass ein flüchtiges Trugbild zum Aufgeben eines gottgewollten Auftrags verleiten kann!
»Regnare Christum volumus!« Wir wollen, dass Christus herrscht! »Deo omnis gloria!« Gott allein die Ehre!
Angetan mit der Waffenrüstung Christi, werden wir dieses Ziel unseres Kampfes – und unseres Sieges – nur durch Gebet und Opfer, durch Glaube und Liebe erreichen.
Beten wir also, glauben wir, leiden wir – lieben wir!
Auch wenn dein Gebet dir nur wenig Klarheit bringt, wenn es dir mühsam und trocken vorkommt … so musst du doch stets von neuem das Bewusstsein in dir festigen, dass du gerade in den alltäglichen Übungen deines Frömmigkeitslebens Beharrlichkeit brauchst.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/11992/ (08.05.2026)