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Wer für Gott arbeitet, muss eine Art »Überlegenheitskomplex« haben, sagte ich dir.
Du fragtest mich: Ist das nicht ein Zeichen des Hochmuts? – Nein! Es ist eine Folge der Demut, einer Demut, die mich sagen lässt: Du, Herr, bist der, der Du bist. Ich bin das Nichts. In Dir sind alle Vollkommenheiten – die Macht, die Stärke, die Liebe, die Herrlichkeit, die Weisheit, die Herrschaft, die Majestät … Wie das Kind in die starken Arme seines Vaters läuft oder sich auf dem Schoß seiner Mutter geborgen weiß, so kann ich ganz nahe bei Dir sein. Dann erfahre ich die Glut Deiner Gottheit, das Leuchten Deiner Weisheit und Deine Stärke, die mich belebt.
Mein Kind: Wo ist das Abbild Christi, das die Menschen in dir suchen? In deinem Hochmut? In deiner Herrschsucht? In deinen »Eigenarten«, die abzulegen du nicht gewillt bist? Oder in deiner Rechthaberei? … Soll darin etwa Christus zu finden sein? – Nein!
Gewiss – du musst eine eigenständige Persönlichkeit sein, aber deine Persönlichkeit soll Christus immer mehr gleichförmig werden.
In der Vollmacht Christi Wunder wirken! Wie viele Seelen, die schon tot oder in Verwesung sind, wirst du zu neuem Leben erwecken, wenn du Christus in dir wirken lässt.
Damals – so berichtet uns das Evangelium – zog Jesus durch das Land; die Kranken riefen Ihn, liefen zu Ihm … Auch heute sucht Jesus sie auf – durch dein christliches Leben! Wenn du auf seinen Spuren bleibst, wie viele Menschen werden Ihn dann kennenlernen, Ihn rufen, Ihn um Hilfe bitten! Ihre Augen werden sich dem beseligenden Licht der Gnade öffnen.
Kein Katholik – ob Mann oder Frau – darf diese Grundforderung seiner christlichen Existenz vergessen: immer und überall Christus nachzueifern und keinen Menschen zurückzuweisen.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/12852/ (08.05.2026)