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Kinder Gottes sind wir. Träger der einzigen Flamme, die die Wege der Menschen auf Erden zu erhellen vermag; des einzigen Lichtes, vor dem Finsternis, Dämmerung, Schatten für immer entweichen.
Der Herr bedient sich unser als Fackeln, damit dieses Licht hell erstrahlt … An uns liegt es, dass viele Menschen nicht im Dunkeln stehen bleiben, sondern Wege gehen, die zum ewigen Leben führen.
Viele fragen sich, und es klingt wie eine Selbstrechtfertigung: Warum soll gerade ich mich in das Leben anderer Menschen einmischen?
Weil dein Christsein dich dazu verpflichtet, damit du ihnen dienen kannst!
Weil Christus sich auch in dein und in mein Leben eingemischt hat!
Lass jeden Tag von neuem den Wunsch nach Entsagung und Selbstverleugnung in dir wirksam werden, vergiss dein Ich und lebe »in novitate sensus«, in einem erneuerten Geist, der das Elend des eigenen Lebens eintauscht gegen die verborgene und ewige Größe Gottes.
Wenn du, von der Liebe Gottes gerufen, zu seiner Nachfolge auserwählt worden bist, hast du die Pflicht, darauf zu antworten … Und du hast ebenso die nicht minder wichtige Pflicht, deinen Menschenbrüdern zu helfen, dass auch sie sich auf den Weg zur Heiligkeit machen.
»Christsein in der Welt« bedeutet nicht sich abkapseln. Im Gegenteil! Es bedeutet, alle Menschen zu lieben und den Drang zu verspüren, sie mit dem Feuer der Liebe Gottes zu entzünden.
Unsere Sache als Christen ist es, den immer aktuellen Schatz des Evangeliums mit frischem, jugendlichem Geist zu heben und ihn in alle Winkel der Erde zu tragen.
Wie gut passen die Worte des heiligen Ambrosius auf die Kinder Gottes: Er spricht von dem Fohlen, das mit einer Eselin angebunden ist und das der Herr braucht für seinen feierlichen Einzug in Jerusalem: »Nur ein Befehl des Herrn konnte es befreien. Die Hände der Apostel banden es los. Um dazu ausgesandt zu werden, bedarf es einer besonderen Lebensweise und einer besonderen Gnade. Sei auch du Apostel, damit du die Gefesselten befreien kannst.«
Lass mich auf diesen Text zurückkommen: Wie oft werden wir auf Jesu Geheiß die Fesseln der Seelen zu lösen haben, weil der Herr diese Seelen zu seiner Verherrlichung brauchen will! Alles in uns muss eines Apostels würdig sein – die Hände, die Taten, das ganze Leben … Dann wird uns Gott auch die Gnaden eines Apostels schenken, um die Ketten der Gefangenen zu sprengen.
Niemals dürfen wir uns die Macht Jesu zuschreiben, der mitten unter uns seinen Weg geht. Er weilt unter uns und verwandelt die Seelen, wenn wir uns um Ihn scharen – alle eines Herzens und eines Sinnes, beseelt von dem einzigen Wunsch, gute Christen zu sein. Aber es ist der Herr, nicht du, nicht ich; es ist Christus, der vorübergeht!
Und außerdem bleibt er in unseren Herzen – in deinem und in meinem – und in unseren Tabernakeln.
Es ist Jesus, der vorübergeht, und es ist Jesus, der bleibt! Er bleibt in dir, in jedem von euch und in mir.
Jemand verwendete als Lesezeichen einen Papierstreifen, auf den er in großen, entschiedenen Zügen geschrieben, besser eingestanzt hatte: »Ure igne Sancti Spiritus!« Entzünde mich mit dem Feuer des Heiligen Geistes!
So wünschte ich mir das Feuer Gottes in dir, der du Christ bist; eingebrannt in deine Seele, glühend auf deinen Lippen, ansteckend in deinen Werken.
Wir, die wir die Wahrheit Christi im Herzen tragen, müssen diese Wahrheit den anderen näherbringen, sie ihrem Verstand und ihrem Herzen einprägen. Alles andere wäre Bequemlichkeit, verkehrte Strategie!
Erinnere dich noch einmal! Hat dich Christus etwa um Erlaubnis gebeten, um in deine Seele einzudringen? Wohl hattest du die Freiheit zur Nachfolge, aber Er selbst war es, der dich suchte, weil es Ihm so gefiel.
Erschrick nicht! Als Christ hast du das Recht und die Pflicht, in den Seelen die heilsame »Krise« auszulösen, dass sie vor Gott leben.
Du, Apostel, bitte den Herrn: Gewähre, Herr, dass ich es verstehe, die Menschen anzuspornen und in ihnen das Feuer der Liebe zu entzünden; dies soll der einzige Grund unserer Bemühungen sein.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/forja/12872/ (08.05.2026)