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Ahme nicht das Beispiel derer nach, die, kaum dass sie eine Weisung erhalten haben, schon überlegen, wie sie sie abändern können. Man möchte meinen, sie haben zuviel »Persönlichkeit«! Doch sie stiften nur Zwietracht und Durcheinander.
Deine Erfahrung und Gewandtheit, die Gewohnheit, zwischen den Zeilen zu lesen, ein allzu routinierter Scharfblick und das professionelle Kritisieren – all das hat dich im Gesellschaftlichen und im Geschäftsleben weit, vielleicht zu weit gebracht, so dass du etwas zynisch geworden bist. Nun hat dieser übersteigerte »Realismus«, der nichts anderes ist als ein Mangel an geistlich-übernatürlichem Sinn, sogar dein inneres Leben erfasst. – Weil du die Einfachheit verloren hast, bist du manchmal kalt und herzlos.
Im Grunde bist du ein lieber Kerl, aber du hältst dich für einen Machiavelli. – Mach dir einmal klar, dass man als guter und rechtschaffener Mensch in den Himmel kommt und nicht als unangenehmer Intrigant.
Deine gute Laune – wunderbar. Aber alles und jedes als einen Spaß aufzufassen – gib es zu –, das ist einfach zu viel des Guten …
Die Wirklichkeit sieht ganz anders aus: Weil dir die Willenskraft fehlt, um deine Angelegenheiten ernstzunehmen, suchst du dich selbst zu rechtfertigen, indem du dich über die anderen lustig machst, die besser sind als du.
Ich bestreite nicht, dass du begabt bist. Aber deine unbeherrschte Aufgeregtheit bringt dich dazu, wie ein Dummkopf zu handeln.
Säe kein Unkraut, wie jener, den seine eigene Mutter so charakterisierte: »Stellen Sie ihm Ihre Freunde nur vor; er wird schon dafür sorgen, dass Sie sich bald mit ihnen entzweien.«
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10412/ (08.05.2026)