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»Servite Domino in laetitia!« – Ich will Gott freudig dienen! Und diese Freude soll die Frucht meines Glaubens, meiner Hoffnung und meiner Liebe sein … Sie wird ohne Ende sein, denn – so sagt uns der Apostel – »Dominus prope est!«, der Herr ist mir nahe. Ich ziehe meine Straße weiter, in seiner Obhut, denn Er ist mein Vater … Mit seiner Hilfe werde ich seinen geliebten Willen erfüllen – selbst wenn es mir zuweilen schwerfallen sollte.
»In medio virtus …« – Die Tugend liegt in der Mitte, sagt eine weise Sentenz, und gemeint ist damit, dass wir jeden Extremismus meiden sollen. Verfalle aber nicht in den Fehler, aus einem klugen Rat einen dummen Spruch zu machen, ihn als Ausrede zu nehmen für Bequemlichkeit und Schläue, für Lauheit und Oberflächlichkeit, für mangelnde Ideale und Spießigkeit.
Denke an die Worte der Heiligen Schrift: »Wärest du doch kalt oder heiß! Weil du aber lau bist, weder heiß noch kalt, will ich dich aus meinem Mund ausspeien.«
Ich vergleiche gerne das innere Leben mit einem Kleid – mit dem hochzeitlichen Gewand, von dem im Evangelium die Rede ist. Gewoben ist es aus den einzelnen Akten und Gewohnheiten der Frömmigkeit. Sie sind die starken Fäden, die dem Stoff Festigkeit verleihen. Ein einziger Riss schon, an irgendeiner Stelle, macht das Kleid unbrauchbar, auch wenn alles andere noch tadellos ist. So ist auch dein inneres Leben sozusagen nicht aus einem Stück, wenn du zum Beispiel zwar betest und arbeitest, dir aber der Geist der Buße fehlt – oder umgekehrt.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/10692/ (08.05.2026)