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Du wirst nicht verstanden? … Er war die Wahrheit und das Licht, aber auch die Seinen haben Ihn nicht verstanden.
Oft habe ich dir geraten, dich im Gebet der Worte des Herrn zu erinnern: »Der Jünger steht nicht über dem Meister.«
Für ein Kind Gottes sind Widerspruch und Verleumdung das gleiche, was für einen Soldaten die Verwundungen sind, die er auf dem Schlachtfeld erleidet.
Sie ziehen über dich her … Dein guter Ruf! … Was liegt schon daran …
Auf alle Fälle sollst du Scham und Schmerz nicht deinetwegen, sondern ihretwegen empfinden – deine Verleumder müssen dir Leid tun …
Wie sehr würde die Zahl der Neurastheniker und Hysteriker sinken, brächte man den Leuten – zugleich mit der katholischen Glaubenslehre – wirklich bei, wie man als Christ lebt: mit Liebe zu Gott, in dem Wissen, dass die Nöte aller Art als ein Segen aus seiner Hand anzunehmen sind!
Die Überzeugung von deiner recht minderen Beschaffenheit – also deine Selbsterkenntnis – wird dir dazu verhelfen, auf Demütigungen, Verachtung oder Verleumdung mit übernatürlichem Sinn zu reagieren, so dass Freude und Frieden in deiner Seele immer tiefere Wurzeln schlagen.
Nachdem du dein »Fiat« – was Du willst, Herr! – gesprochen hast, wirst du zu dem Schluss gelangen: »Was – nur das hat er über mich gesagt? Man sieht, dass er mich nicht kennt, sonst hätte er es nicht dabei bewenden lassen.«
Da du selbst am besten weißt, dass du eigentlich eine noch schlechtere Behandlung verdientest, wirst du sogar jenem Menschen gegenüber Dankbarkeit empfinden und dich über etwas freuen, das einen anderen gegrämt hätte.
»Solange man mir nicht zu sündigen befiehlt!« – Das sagte mit einer letzten Entschiedenheit jenes bedrängte Geschöpf, dessen persönliches Leben und dessen Hoffnungen als Mensch wie als Christ mächtige Feinde beinahe vernichtet hatten.
Denke darüber nach! Lerne daraus! Alles mag hingehen – solange man dir nicht zu sündigen befiehlt.
Missachtet wurde, was du dein »Recht« nennst und was ich als dein »Recht auf Hochmut« übersetzt habe … Armer Kerl! – Der Gegner war ein mächtiger Mann, du konntest dich nicht wehren. Dir war, als hätte man dich hundertmal geohrfeigt. Und trotzdem lernst du es nicht, dich zu demütigen.
Jetzt sagt dir die Stimme deines Gewissens: Du bist hochmütig … und feige. – Danke Gott dafür, dass du jetzt zu erkennen beginnst: es gibt auch deine »Pflicht« – »die zur Demut«.
Mag auch noch so vieles zusammenstürzen und scheitern, mag noch so großes Ungemach unsere Pläne ins erschreckende Gegenteil verkehren – nichts wird dadurch besser, dass wir aus dem inneren Gleichgewicht geraten. Erinnere dich vielmehr an das vertrauensvolle Gebet des Propheten: »Der Herr ist unser Richter, der Herr gibt uns Gesetze, der Herr ist unser König, Er wird uns retten.«
Bete es täglich mit Andacht, damit dein Verhalten sich stets in Übereinstimmung mit der göttlichen Vorsehung findet, die uns zu unserem Besten lenkt.
Damit dir der innere Frieden nicht verloren ginge, sagte ich dir damals, als eine harte und ungerechte Hetzjagd veranstaltet wurde: »Und wenn sie uns den Schädel einschlagen – wir werden keine Tragödie daraus machen, sondern uns damit abfinden, eben mit eingeschlagenem Schädel durchs Leben zu gehen.«
Lass dich durch diese Widerwärtigkeiten und Schwätzereien nicht aus dem Tritt bringen. Gewiss, wir dienen einem gottgewollten Werk, aber wir sind Menschen … Und es ist nur normal, dass wir beim Gehen Staub aufwirbeln.
Ist da etwas, das dich ärgert oder verletzt … nimm es als willkommene Gelegenheit, um dich zu läutern und – falls nötig – zu korrigieren.
Klatsch, sagt man, sei durchaus menschlich … Darauf antworte ich: Wir sollten aber ganz auf Gott hin ausgerichtet leben.
Das böse oder auch nur leichtfertige Wort eines einzigen Menschen kann »Meinung machen« und sogar die üble Nachrede über jemanden zur Gewohnheit werden lassen … Der Klatsch, erst nur ein Wölkchen, steigt immer höher und verdichtet sich vielleicht zu einer schwarzen Wolkenwand.
Doch wenn der Angefeindete ein von Gott erfüllter Mensch ist, lösen sich die Wolken am Ende immer in fruchtbaren Regen auf – geschehe, was wolle. Der Herr erhöht den Verleumdeten gerade durch das, wodurch man ihn demütigen und diffamieren wollte.
Nimm dich in Acht vor den Zeitgenossen, die Verleumdungen und Verdächtigungen ausstreuen. Die werden dann nämlich von den einen aus Oberflächlichkeit, von den anderen aus Bosheit aufgegriffen – und so wird das gute Zusammenleben zerstört und die öffentliche Meinung vergiftet.
In bestimmten Situationen verlangt die echte Nächstenliebe, derartigen Unrat kenntlich zu machen – und auch seine Produzenten. Denn sonst könnten diese oder die Unrats-Konsumenten in ihrem verbildeten Gewissen den Schluss ziehen, dass Schweigen Eingeständnis bedeute.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11055/ (08.05.2026)