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Zuerst wird über jemanden hergezogen; dann wird einer losgeschickt, der dir sogleich en passant berichtet, was »man sagt«. – Eine Gemeinheit? – Zweifellos. Aber verliere trotzdem dein inneres Gleichgewicht nicht, denn die bösen Zungen werden dir keinen Schaden zufügen können, wenn du lauter und rechtschaffen arbeitest. Du musst die Sache so sehen: als Dummheit, als Taktlosigkeit, als Mangel an Loyalität gegenüber den Mitmenschen … ganz besonders aber gegenüber Gott!
Und lass dich nicht dazu hinreißen, aus missverstandenem Recht auf Revanche auch deinerseits über sie herzuziehen! Wenn etwas zu sagen ist, dann gemäß dem Rat des Evangeliums: als brüderliche Zurechtweisung.
Du mochtest es zuerst gar nicht glauben – aber schließlich musstest du, so weh es dir tat, erkennen: Was du einfach und klar als aufrechter katholischer Christ gesagt hattest, wurde von den Feinden des Glaubens boshaft verdreht.
Du siehst, wir sollen zwar »arglos wie die Tauben«, aber gleichzeitig auch »klug wie die Schlangen« sein. Rede also nicht zur Unzeit oder am falschen Ort.
Er hatte das hinterhältige Geschwätz der Leute satt und meinte: Auch im kleinsten Dorf sollte es wie in einer Großstadt zugehen …
Der Ärmste wusste nicht, dass es da überhaupt keinen Unterschied gibt.
Aus Liebe zu Gott und den Menschen darfst du nie in einen so »provinziellen«, kleingeistigen Fehler verfallen, der so unchristlich ist. Von den ersten Jüngern Christi sagte man: Seht, wie sie einander lieben! Kann man das auch von dir und von mir sagen? Und zu jeder Zeit?
Die Herabsetzung apostolischer Unternehmungen erfolgt im allgemeinen nach zwei unterschiedlichen Mustern: entweder wird die apostolische Arbeit als eine ungemein komplizierte »Struktur« dargestellt oder aber als eine bequeme und angenehme Freizeitbeschäftigung.
Im Grunde ist solche »Objektivität« auf nichts anderes als auf einen beschränkten Horizont zurückzuführen, gepaart mit einer ordentlichen Dosis von faulem Gerede und leerem Getue. – Lass dich nicht aus der Ruhe bringen und frage: »Was machen Sie selbst eigentlich?«
Was die Gebote deines Glaubens angeht, so kannst du nicht immer Sympathie für sie erreichen – wohl aber musst du Respekt vor ihnen verlangen.
Die gleichen Leute, die über deinen Freund herzogen, weil er Gott dienen will, werden auch dich nicht damit verschonen, sobald du dich dazu entschließt, umzukehren und besser zu werden.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11057/ (08.05.2026)