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Jemand hat einmal das Herz mit einer Windmühle verglichen, die getrieben wird vom Wind der Liebe oder der Leidenschaften …
In der Tat: eine solche »Mühle« kann Weizen mahlen, Gerste – oder Dreck. – Es kommt ganz auf uns selbst an.
Der Teufel – Vater der Lüge und Opfer seines Stolzes – strengt sich an, den Herrn in allem nachzuäffen, sogar in der Art und Weise, Jünger zu gewinnen. Hast du das noch nicht bemerkt? Wie der Herr sich bestimmter Menschen bedient, um Seelen zu retten und zur Heiligkeit hinzuführen, so bedient sich der Widersacher ebenfalls bestimmter Menschen, um dies zu verhindern und die Seelen ins Verderben zu stürzen. Mehr noch – und erschrick jetzt nicht: Genauso wie Jesus Menschen, die uns nahestehen, etwa Verwandte, Freunde, Kollegen, zu seinen Werkzeugen erwählt, so versucht auch der Teufel oft, uns durch Menschen, die wir besonders lieben, zum Bösen zu verführen.
Sollten also einmal aus den Banden des Blutes Fesseln werden, die dich hindern, den Wegen Gottes zu folgen, dann zerreiß diese Fesseln mit Entschiedenheit. Dadurch befreist du vielleicht auch die, die sich in den Netzen Luzifers verfangen haben.
Danke, Jesus! – Danke dafür, dass Du vollkommener Mensch hast werden wollen! Dein liebendes, Dein liebenswürdiges Herz hat uns bis zur Passion, bis hin zum Tode geliebt. Es ist fähig, zu jubeln und zu trauern, es nimmt an den Lebenswegen von uns Menschen Anteil und weist uns den Weg zum Himmel; es unterwirft sich heroisch der Pflicht und lässt sich von Barmherzigkeit leiten; es wacht über die Armen und über die Reichen; es sorgt für die Sünder und für die Gerechten …
Ich danke Dir, mein Jesus! Forme unser Herz nach Deinem Herzen!
Bitte Jesus, er möge dir seine Liebe schenken: sie soll das läuternde Feuer sein, das dein armes Fleisch – dein armes Herz – verzehrt und von irdischen Erbärmlichkeiten reinigt … Wenn du dann von deinem Ich befreit bist, wird Er allein dein Herz erfüllen. Bitte Ihn um die Kraft zur radikalen Abkehr von der Tendenz, in den Dingen der Welt aufzugehen. Seine Liebe – und nur sie – soll dein Leben tragen!
Du hast deine Berufung, Gott zu lieben, sehr klar gesehen, aber nur mit dem Verstand. Du versicherst mir, du gingest deinen Weg auch mit dem Herzen … Aber gelegentlich lässt du dich ablenken und versuchst sogar zurückzublicken – ein Zeichen, dass du nicht mit ganzem Herzen dabei bist.
Läutere deine Hingabe!
»Ich bin gekommen«, sagt der Herr, »um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter …« Indem du das tust, was der Herr von dir verlangt, beweist du wahrhaft die Liebe zu deinen Eltern. Sie soll vollkommen sein, aber du darfst dich nicht hinter ihr verstecken, wenn die Stunde dein persönliches Opfer fordert. Denn anderenfalls – glaub mir – stellst du der Liebe zu Gott die Liebe zu deinen Eltern und der Liebe zu deinen Eltern deine Eigenliebe voran.
Verstehst du jetzt besser, wie zutreffend die Aussagen des Evangeliums sind?
Dein armes Herz! Du kannst nicht verhindern, dass dich gelegentlich peinliche, traurige, triviale Erinnerungen überkommen; im grellen irdischen Licht werfen sie dunkle Schatten auf dein Herz.
Suche sogleich einen Tabernakel auf, wirklich oder im Geiste – und du wirst das Licht, die Freude, das Leben von neuem finden.
Die heilige Reinheit: Demut des Fleisches! Herr, so batest du Ihn, schütze mein Herz durch sieben Riegel! Ich riet dir, außerdem um die »Würde eines Achtzigjährigen« zu bitten, weil du noch jung bist.
Und noch etwas: Sei wachsam … Ein Funken lässt sich leichter auslöschen als ein loderndes Feuer. Fliehe … denn auf diesem Felde »tapfer« sein zu wollen, ist nichts als Feigheit. Lass deine Blicke nicht umherschweifen … Das beweist nämlich nicht etwa deine »Aufgewecktheit«, sondern nur, dass du dem Teufel auf den Leim gehst!
Dennoch, all diese menschlich kluge Vorsorge zusammen mit Abtötung, Bußband, Bußgeißel, Fasten – wie wenig vermag das alles ohne Dich, mein Gott!
Erlaube mir einen Rat, den du jeden Tag befolgen kannst. Wenn dein Herz dich an all das Niedrige, das auf seinem Grunde ruht, erinnern möchte, dann bete langsam zur Unbefleckten Jungfrau: Blicke auf mich mit Barmherzigkeit und verlass mich nicht, du meine Mutter! – Und gib diesen Rat auch an andere weiter!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11078/ (08.05.2026)