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Wie gern möchte ich vielen Müttern und Vätern ins Ohr sagen: Es ist kein »Opfer«, die Kinder hinzugeben, damit sie Gott dienen – es ist Ehre und Freude.
Es kam für ihn der Augenblick der schweren Prüfung – da suchte er dich verzweifelt auf.
Erinnerst du dich noch? Ihm – dem Freund, der dir »kluge« Ratschläge gab – war deine Verhaltensweise absurd erschienen; sie entstamme einer geistigen Verbildung, dein Wille sei vereinnahmt – und dergleichen »scharfsinnige« Erkenntnisse mehr …
Dann hatte er sein Urteil gefällt: »Dieses Sich-Gott-Hingeben ist Folge einer anormalen Überspanntheit des religiösen Gefühls«. In seine Pseudologik verfangen, meinte er, zwischen dich und deine Familie sei ein Fremder getreten: Christus.
Jetzt hat er begriffen, was du ihm so oft wiederholtest: dass Christus niemals Seelen auseinanderreißt
Nach der anfänglichen Begeisterung nunmehr Zögern, Unschlüssigkeit, Ängste … Vieles macht dir Sorge: das Studium, die Familie, Geldfragen und vor allem der Gedanke, dass du es nicht schaffst oder vielleicht nicht taugst oder noch zu wenig Lebenserfahrung besitzt.
Ich will dir ein sicheres Mittel nennen, um solche Befürchtungen – Versuchungen des Teufels oder Mangel an Großzügigkeit! – zu überwinden: Verachte sie, vergiss sie … Der Meister hat es schon vor zwanzig Jahrhunderten klar verkündet: Blicke nicht zurück!
»Wenn jemand zu mir kommt und nicht Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein Leben gering achtet, dann kann er nicht mein Jünger sein.«
Immer klarer sehe ich, Herr, dass die Bande des Blutes, wenn sie nicht von deinem liebeglühenden Herzen verwandelt werden, für die einen ein dauerndes Kreuz bedeuten; für die anderen Quelle mehr oder minder direkter Versuchungen, in der Beharrlichkeit nachzulassen; für wieder andere Ursache einer vollständigen Unwirksamkeit; und für alle Hindernis, das der Ganzhingabe entgegensteht.
Der Teufel – Vater der Lüge und Opfer seines Stolzes – strengt sich an, den Herrn in allem nachzuäffen, sogar in der Art und Weise, Jünger zu gewinnen. Hast du das noch nicht bemerkt? Wie der Herr sich bestimmter Menschen bedient, um Seelen zu retten und zur Heiligkeit hinzuführen, so bedient sich der Widersacher ebenfalls bestimmter Menschen, um dies zu verhindern und die Seelen ins Verderben zu stürzen. Mehr noch – und erschrick jetzt nicht: Genauso wie Jesus Menschen, die uns nahestehen, etwa Verwandte, Freunde, Kollegen, zu seinen Werkzeugen erwählt, so versucht auch der Teufel oft, uns durch Menschen, die wir besonders lieben, zum Bösen zu verführen.
Sollten also einmal aus den Banden des Blutes Fesseln werden, die dich hindern, den Wegen Gottes zu folgen, dann zerreiß diese Fesseln mit Entschiedenheit. Dadurch befreist du vielleicht auch die, die sich in den Netzen Luzifers verfangen haben.
»Ich bin gekommen«, sagt der Herr, »um den Sohn mit seinem Vater zu entzweien und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter …« Indem du das tust, was der Herr von dir verlangt, beweist du wahrhaft die Liebe zu deinen Eltern. Sie soll vollkommen sein, aber du darfst dich nicht hinter ihr verstecken, wenn die Stunde dein persönliches Opfer fordert. Denn anderenfalls – glaub mir – stellst du der Liebe zu Gott die Liebe zu deinen Eltern und der Liebe zu deinen Eltern deine Eigenliebe voran.
Verstehst du jetzt besser, wie zutreffend die Aussagen des Evangeliums sind?
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11539/ (08.05.2026)