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Du fragst dich häufig, warum Menschen, die schon als Kinder das Glück hatten, den wahren Jesus ken-nenzulernen, so sehr zögern, Ihm das Beste zu geben, was sie haben, ihr Leben, ihre Familie, ihre Träume, ihre Zukunftspläne …
Überleg einmal: Du, der du »alles« auf einmal erhalten hast, du musst dem Herrn in der Tat unendlich dankbar sein, etwa so wie ein Blinder, der plötzlich das Augenlicht zurückerlangt, indes die anderen nicht einmal auf den Gedanken kommen, dass sie eigentlich dankbar sein müssten, weil sie seit eh und je sehen.
Und doch … das genügt nicht: Du musst Tag für Tag den Menschen deiner Umgebung dabei helfen, sich dafür dankbar zu erweisen, dass sie Kinder Gottes sind. Andernfalls sag mir nicht, dass du selbst dankbar bist.
Es gibt Leute, die bezeichnen den Glauben und das Gottvertrauen als Dummheit und Leichtsinn.
Es sei Wahnsinn, auf Gott zu bauen! – Ist es aber nicht noch wahnsinniger, auf sich selbst oder auf andere Menschen zu bauen?
Haben wir doch den Mut, beharrlich und für alle sichtbar unserem heiligen Glauben entsprechend zu leben.
Dies schrieb mir jemand, der wirklich glaubt: »Lebt man notgedrungen isoliert, dann wird die Hilfe der Brüder deutlich spürbar. Bedenke ich, dass ich jetzt alles ›alleine‹ tragen muss, dann wird mir auch ganz klar, dass ich meinen unverwüstlichen Optimismus nicht bewahren könnte – wenn ich nicht über alle Entfernung hinweg unsere Verbundenheit spürte.«
Wie wunderbar ist doch die Gemeinschaft der Heiligen!
Dein Glaube ist allzu karg an Werken! Man könnte meinen, es sei der Glaube eines Frömmlers und nicht der eines Menschen, der um Heiligkeit ringt.
Der Glaube ist eine unerlässliche Voraussetzung für das Apostolat. Er erweist sich oft darin, mit Ausdauer von Gott zu sprechen, auch wenn die Früchte lange auf sich warten lassen.
Wenn wir darin beharrlich sind, wenn wir durchhalten in der sicheren Überzeugung, dass der Herr es so will, dann wird man nach und nach überall, auch in deiner Umgebung, die Anzeichen einer »christlichen Revolution« wahrnehmen: Die einen werden sich Gott ganz hingeben, die anderen ihr inneres Leben ernst nehmen und wieder andere – die Bequemsten von allen – werden zumindest aufwachen.
Die Pflugschar, die den Acker umbricht und in ihm die Furchen zieht, sieht weder den Samen noch die Frucht.
Wer nicht begreifen will, dass der Glaube verlangt, der Kirche und den Seelen zu dienen, wird früher oder später diesen inneren Zusammenhang umkehren: Schließlich »bedient« er sich der Kirche und der Seelen zu seinen persönlichen Zwecken.
»Man zündet nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus. So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.«
Und als die Zeit seines Wirkens auf Erden vollendet ist, befiehlt der Herr: »Euntes docete« – geht hin und lehrt! Er will, dass sein Licht in den Taten und Worten seiner Jünger aufleuchtet – auch in deinem Handeln, in deinem Reden …
Wenn wir Christen wirklich nach unserem Glauben lebten, käme es zu der umwälzendsten Revolution aller Zeiten … Die Wirksamkeit der Miterlösung hängt auch von jedem einzelnen von uns ab!
Denke darüber nach.
Bleib mir nicht bei der »Theorie« stehen! Unser tägliches Leben muss die herrlichen Ideale, die uns erfüllen, umsetzen in mutig gestaltete und fruchtbare Alltagsrealität.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11548/ (07.05.2026)