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Dein Egoismus hält dich vom gemeinschaftlichen Streben nach angemessenem und rechtmäßigem Wohlstand für die Menschen ab; du wirst immer berech-nender, und das materielle oder seelische Elend deiner Mitmenschen geht dir nicht unter die Haut … Das zwingt mich, dir offen und hart zu sagen, damit du zur Besinnung kommst: Wenn dir das Gefühl für die gesegnete Solidarität mit deinen Menschenbrüdern abgeht, wenn du nur am Rande der großen christlichen Familie dahinlebst, dann bist du ein erbärmlicher Einzelgänger.
»Es gibt nicht mehr« – auch darauf verwies der Apostel – »Griechen oder Juden, Beschnittene oder Unbeschnittene, Fremde, Skythen, Sklaven oder Freie, sondern Christus ist alles und in allen.«
Diese Worte gelten heute wie damals: Vor dem Herrn gibt es keine Unterschiede der Nationen, der Rassen, der Klassen, des Standes … Jeder von uns ist in Christus neugeboren, ein neues Geschöpf, ein Kind Gottes. Wir alle sind Brüder und sollen brüderlich miteinander umgehen.
Sage mir nicht, du lebtest Gott zugewandt, wenn du dich nicht darum bemühst, dich immer und überall in ehrlicher, klarer Brüderlichkeit den Menschen, jedem Menschen, zuzuwenden.
Immer ist es in der Geschichte so gewesen, dass Menschen sich zusammentun, um eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen und ein gemeinsames Ziel zu erreichen.
Sollte etwa den Männern und Frauen von heute das »einzige Ziel«, die ewige Glückseligkeit, weniger wert sein?
Ganz unerwartet trafst du auf diesen Geist der Brüderlichkeit und Freundschaft, der dich jetzt begeistert …
Natürlich: denn davon hattest du immer voller Sehnsucht geträumt, ihn aber nie verwirklicht gesehen. Und warum nicht? Weil die Menschen vergessen, dass sie Brüder Christi sind, Geschwister dieses liebenswerten Bruders aller Menschen, der sein Leben für alle, für jeden einzelnen von uns, vorbehaltlos hingegeben hat.
Ich schrieb mir die begeisterte Bemerkung eines Arbeiters auf, der an einem von dir angeregten Treffen teilgenommen hatte: »Noch niemals habe ich über Charakter, Anstand, Herzlichkeit, Großzügigkeit … so sprechen hören, wie hier.« – Und er sagte dann, richtig erstaunt: »Gegenüber dem Materialismus von rechts und von links ist das hier die wahre Revolution!«
Jede Seele vermag die Brüderlichkeit zu erfassen, die Christus uns enthüllt hat. Setzen wir alles daran, dass diese Lehre nicht an Kraft verliert!
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11657/ (08.05.2026)