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»Es ist so schwer!« stöhnst du entmutigt.
Hör zu: Die Gnade Gottes genügt, wenn du kämpfst. Dann wirst du von deinen persönlichen Interessen absehen, den Mitmenschen um Gottes willen dienen und der Kirche auf den Schlachtfeldern von heute beistehen: auf der Straße, in der Fabrikhalle, in der Werkstatt, an der Universität, im Büro – in deiner Umwelt, mitten unter den Deinen.
»Wer hat gesagt, man müsse sich in eine Zelle oder in die Gebirgseinsamkeit zurückziehen, um heilig zu werden?« so fragte sich erstaunt ein guter Familienvater. Und er fügte hinzu: »Dann wären nicht die Menschen heilig, sondern die Zelle oder der Berg. Man hat anscheinend vergessen, dass der Herr zu allen, jedem einzelnen ausdrücklich gesagt hat: Seid vollkommen, wie auch mein himmlischer Vater vollkommen ist.«
Ich bemerkte dazu nur: »Nicht allein, dass der Herr unsere Heiligkeit will – Er schenkt auch jedem einzelnen die dazu erforderlichen Gnaden.«
Deine Verwandten, deine Kollegen, deine Freun-de – alle nehmen immer deutlicher deine Veränderung wahr. Sie merken, dass es sich bei dir nicht um eine vorübergehende Entwicklungsphase handelt. Du bist nicht mehr derselbe wie früher.
Lass dich nicht irritieren! Weiter auf deinem Weg! Das Wort des Apostels wird in dir Wirklichkeit: »Vivit vero in me Christus« – Christus ist es jetzt, der in dir lebt.
Für gewöhnlich entfaltet die Gnade ihre Wirkungen – ähnlich wie die Natur – in Stufen. Strenggenommen können wir diesem Prozess nicht vorgreifen. Aber in allem, was von uns abhängt, müssen wir der Gnade den Boden bereiten und mitwirken, wenn Gott sie uns schenkt.
Deshalb muss die Seele auf das höchste Ziel hin ausgerichtet sein: sie muss zu diesem Ziel, das Christus ist, sanft gedrängt, aber auch bis zur letzten Konsequenz geführt werden, ohne Kompromisse, ohne Relativierungen … Doch dürfen wir dabei nicht vergessen, dass ja Heiligkeit primär keine Sache von »Kraftakten« ist. Im allgemeinen hat die Gnade ihren eigenen Rhythmus, der sich gewaltsamen Anstrengungen entzieht.
Eine heilige Ungeduld darfst du, sollst du sogar entfachen – aber verlier dabei nicht die Geduld!
Ohne den Herrn könntest du nicht einen einzigen sicheren Schritt nach vorn tun. – Diese Gewissheit, dass du seine Hilfe nötig hast, wird dich zu einer noch innigeren Vereinigung mit Ihm führen: in mutiger und beharrlicher Zuversicht, in Freude und Frieden – und auch dann, wenn der Weg steinig und steil wird.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11688/ (08.05.2026)