Nur diese Aphorismen anzeigen
»Miles« – Soldat, Kämpfer, so nennt der Apostel den Christen.
Im Heere Gottes, das diesen gesegneten, christlichen Kampf um Liebe und Frieden zum Wohle aller Menschen zu führen hat, finden sich ermüdete, hungrige, von Wunden gezeichnete Soldaten … Aber alle sind von Freude erfüllt: in ihrem Herzen flammen die Leuchtfeuer des sicheren Sieges …
Ich habe einmal gehört, dass sich bei großen Schlachten oft etwas Merkwürdiges ereignet: Auch wenn die quantitative Überlegenheit an Menschen und Material den Sieg im voraus zu sichern scheint, kann es mitten im Gewühl des Kampfes Augenblicke geben, da wegen der Schwäche eines Frontabschnitts die Niederlage droht. Dann erfolgen die strikten Befehle des Oberkommandos, und die Breschen an den Schwachstellen werden geschlossen.
Ich musste an dich und an mich denken. Mit Gott, der keine Schlachten verliert, werden wir immer Sieger sein. Wenn du also im Kampf um die Heiligkeit deine Kraft schwinden fühlst, höre die Befehle, richte dich nach ihnen – lass dir helfen … Denn Er scheitert niemals.
Es hat dich in der Seele getroffen, als dir jemand sagte: Du suchst ja gar nicht die Bekehrung, sondern einen Rucksack für deine Armseligkeiten … damit du dein trauriges Gepäck weiterschleppen kannst – möglichst bequem, aber mit dem bitteren Geschmack von Aloe im Mund …
Es bringt großen Erfolg, ernste Angelegenheiten mit sportlichem Geist anzugehen … Ich habe einige Partien verloren? Nicht zu ändern – aber wenn ich durchhalte, werde ich am Ende doch noch gewinnen.
Bekehre dich jetzt, da du dich noch jung fühlst … Wie schwer fällt es, den Kurs zu begradigen, wenn die Seele vergreist ist!
Tage des Schweigens, Tage der spürbaren Gnade … Gebet vor Gott, von Angesicht zu Angesicht …
Ein Dankgebet stieg in meinem Herzen auf, als ich sah, wie Menschen mit der Last ihrer Jahre und ihrer Erfahrungen sich der göttlichen Nähe öffneten. Sie freuten sich wie Kinder über die Möglichkeit, ihr Leben doch noch in einer Weise fruchtbar werden zu lassen, die alle Irrwege und Versäumnisse der Vergangenheit tilgen könnte.
Mit dieser Perspektive vor Augen habe ich dich inständig ermahnt: Höre in deinem inneren Leben niemals auf zu kämpfen!
Gott will, dass wir, seine Kinder, »offensiv« sind! Wir sollen uns nicht als Zuschauer fühlen. Unser Auftrag ist der Kampf. Wo immer wir uns befinden, stehen wir »wie ein Heer in Schlachtordnung«!
»Custos, quid de nocte!« – Wächter, wie lange noch dauert die Nacht? Halte Wache!
Es wäre gut, wenn auch du dich daran gewöhntest, im Verlauf der Woche einen »Wachetag« zu halten: einen Tag, an dem du dir deiner Hingabe an Gott bewusster wirst, aufmerksamer kleine Erweise der Liebe übst, das Gebet und das Opfer ein wenig verstärkst.
Halte dir vor Augen, dass die Heilige Kirche einem großen Heer gleicht, welches in Schlachtordnung aufgestellt ist. Und du gehörst zu ihm; du verteidigst deinen »Frontabschnitt«, wo Angriffsschlachten und Gegenattacken toben. Verstehst du?
Dieses Bereitsein wird dich Gott immer näher bringen und deinen Willen stärken, alle deine Tage, einen nach dem andern, in »Wachetage« zu verwandeln.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/11979/ (08.05.2026)