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Du zögerst, ohne Umschweife von Gott, vom christlichen Leben, von Berufung zu sprechen – weil du nicht wehtun willst? … Du vergisst, dass nicht du es bist, der ruft, sondern Er: »Ego scio quos elegerim« – ich kenne, die ich mir erwählt habe.
Außerdem missfiele es mir sehr, wenn sich hinter solchen falschen Rücksichten Bequemlichkeit oder Lauheit versteckten. Willst du, so wie die Dinge jetzt liegen, wirklich der Freundschaft mit Gott eine armselige menschliche Freundschaft vorziehen?
Die Pflugschar, die den Acker umbricht und in ihm die Furchen zieht, sieht weder den Samen noch die Frucht.
Es tut weh zu sehen, dass manche Leute sich nicht scheuen, das Kreuz Christi rhetorisch auszuwerten, nur weil sie meinen, das fördere ihre Karriere … Das sind dieselben, die unduldsam auf alles reagieren, was nicht mit ihren Vorstellungen übereinstimmt.
Für dich soll das ein Grund mehr sein, deinen geraden Weg weiterzugehen und den Meister um die Kraft zu bitten, dass du allezeit sagen kannst: »Non mea voluntas, sed tua fiat!« – Herr, gib, dass ich in Liebe Deinen heiligen Willen tue!
Arbeite bei apostolischen Unternehmungen nicht so, als ob du nur für heute bautest. Widme dich diesen Aufgaben in der Hoffnung, dass nach dir andere kommen werden: Brüder von dir mit dem gleichen Geist. Sie werden ernten, was du jetzt säst, den Bau vollenden, dessen Grund du jetzt legst.
Wenn dich wirklich christlicher Geist beseelt, dann wird dein ganzes Streben geradlinig! Nicht deinen persönlichen Erfolg zu suchen, fühlst du dich getrieben, sondern mit Sehnsucht verlangt es dich danach, dein Ideal zu verewigen.
Wenn du ernstlich für den Herrn arbeitest, wird es für dich die größte Freude sein zu sehen, dass andere dir dabei Konkurrenz machen.
Lass dich durch diese Widerwärtigkeiten und Schwätzereien nicht aus dem Tritt bringen. Gewiss, wir dienen einem gottgewollten Werk, aber wir sind Menschen … Und es ist nur normal, dass wir beim Gehen Staub aufwirbeln.
Ist da etwas, das dich ärgert oder verletzt … nimm es als willkommene Gelegenheit, um dich zu läutern und – falls nötig – zu korrigieren.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/12369/ (08.05.2026)