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Wenn Menschen, die nach Intelligenz und christlichem Format nur Mittelmaß darstellen, ein hohes Amt übernehmen, umgeben sie sich mit Unfähigen. Ihre blinde Eitelkeit verleitet sie zu der falschen Annahme, auf diese Art könnten sie nie ihren Posten verlieren.
Im Gegensatz dazu rufen wirkliche Persönlichkeiten erstklassige Mitarbeiter in ihre Umgebung, die nicht nur fachlich kompetent sind, sondern auch ein sauberes Leben führen. Sie bilden sie aus für künftige Leitungsaufgaben. In ihrer Demut erliegen sie nicht selbstgefälliger Täuschung; denn wer anderen hilft, groß zu werden, nimmt selbst an innerer Größe zu.
Es ist unklug, einen Menschen, dessen Fähigkeiten man nicht kennt, mit einer wichtigen leitenden Aufgabe zu betrauen, etwa nach dem Prinzip: Mal sehen, wie er das macht.
Entscheidungen, die das Gemeinwohl betreffen, kann man nicht so treffen, wie man in eine Wundertüte hineingreift.
Du stehst in der Verantwortung eines Amtes und orientierst dein Handeln an dem, was die Leute sagen? Das ist Dummheit! – An erster Stelle muss dir wichtig sein, was Gott zu deinem Handeln sagen wird; erst danach – weit danach und manchmal überhaupt nicht – bleibt die Meinung der anderen zu erwägen. Denn so spricht der Herr: »Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.«
Du bekleidest ein verantwortungsvolles Amt. Bei seiner Ausübung bedenke folgendes: alles was persönlich ist, verschwindet mit der Person, die sich unentbehrlich gemacht hat.
Ein wichtiger Grundsatz, um bei Leitungsaufgaben gute Arbeit zu leisten, besteht darin, dass man Verantwortung weit verteilt. Ich meine damit nicht, dass der Verantwortliche es sich bequem machen oder anonym bleiben soll, sondern dass er von jedem einzelnen Rechenschaft über dessen Auftrag verlangt und auf diese Weise selbst »Rechenschaft ablegen« kann – vor Gott und, wo angebracht, auch vor den Menschen.
Bei deiner Amtsführung achte darauf, niemals die Gerechtigkeit so sehr zu übertreiben, dass darüber die Nächstenliebe in Vergessenheit gerät.
Eine Kette ist so stark wie ihr schwächstes Glied.
Sage von einem Untergebenen nie: »Er taugt nicht.«
Du bist es, der nicht taugt; denn du verstehst es nicht, ihn an den Platz zu stellen, wo er etwas zu leisten vermag.
Bekämpfe in dir das ehrgeizige Streben nach Ehren und Würden. Mach dir stattdessen deine Arbeitsmöglichkeiten klar, sowie deine Verpflichtungen, und denke darüber nach, wie es um deine Wirksamkeit steht. – Dann wirst du nicht nach Ämtern streben, und wird dir einmal ein Amt übertragen, so weißt du die Würde richtig einzuschätzen: als eine Bürde, die du im Dienst an den Menschen trägst.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/12400/ (08.05.2026)