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Unsere Liebe Frau, Meisterin der Hingabe ohne Grenzen. – Erinnerst du dich? Auf sie bezog sich jenes rühmende Wort Jesu Christi: »Jeder, der den Willen meines Vaters tut, ist mir Mutter!«
Bitte diese gütige Mutter, dass sie dir helfe, in deiner Seele – nach ihrem Vorbild – die Antwort der rückhaltlosen Hingabe zu festigen, die stark wie die Liebe ist und frei macht: »Ecce ancilla Domini!« – Ich bin die Magd des Herrn.
Wie muss der Blick Jesu gewesen sein, aus dem die Freude leuchtete … Und genauso werden die Augen seiner Mutter geleuchtet haben, als sie ihren Jubel nicht mehr zurückhalten konnte: »Magnificat anima mea Dominum!« – Meine Seele preist die Größe des Herrn … Ja, ihre Seele jauchzt Ihm zu, den sie im Schoß trägt und an ihrer Seite weiß.
Mutter! Unsere Freude soll wie die deine darin gründen, dass wir bei Ihm sind und Ihn zu eigen haben.
Willst du durch ein Leben voll heiliger Kühnheit dahin gelangen, dass Gott durch dich wirkt?
Rufe Maria an! Sie wird dich auf dem Weg der Demut begleiten, und so wirst du es fertigbringen, angesichts all dessen, was dem menschlichen Verstand unmöglich erscheint, mit einem »fiat!« zu antworten – es geschehe! Mit diesem Wort, das die Erde mit dem Himmel verbindet.
Manche Menschen scheinen darauf versessen zu sein, sich »Leiden« zu erfinden; sie quälen sich selbst mit ihren Einbildungen.
Kommen dann später wirkliche Leiden und Widerwärtigkeiten, so erweisen sie sich außerstande, dem Beispiel der Gottesmutter zu folgen und wie sie zu Füßen des Kreuzes auszuharren – die Augen auf den Sohn gerichtet …
»Quia respexit humilitatem ancillae suae« – denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat Er herabgeschaut …
Jeden Tag bin ich tiefer davon überzeugt, dass die echte Demut die übernatürliche Grundlage aller Tugenden ist!
Sprich darüber mit Unserer Lieben Frau, damit sie uns beisteht, diesen Weg zu gehen.
»Tota pulchra es Maria, et macula originalis non est in te!« – Ganz schön bist du, Maria, und ohne Makel der Erbsünde – so besingt sie die Liturgie voller Jubel. In Maria finden wir nicht den leisesten Schatten der Unlauterkeit. Jeden Tag bitte ich unsere Mutter darum, wir möchten es lernen, unsere Seele der geistlichen Leitung zu öffnen, damit das Licht der Gnade unsere ganze Lebensweise erleuchtet!
Wenden wir uns vertrauensvoll an Maria. Sie wird uns den Mut zur Aufrichtigkeit erlangen, dessen wir bedürfen, um der Heiligsten Dreifaltigkeit immer näher zu kommen.
Wende deinen Blick der Gottesmutter zu und betrachte, wie sie die Tugend der Loyalität lebt. Elisabeth braucht sie – und Maria macht sich sogleich auf den Weg zu ihr. Das Evangelium sagt: »cum festinatione«, in freudiger Eile. Du – lerne daraus!
Wie liebenswert ist die Szene der Verkündigung! Wir haben sie oft im Geiste betrachtet: Maria betet, gesammelt, Leib und Seele ganz auf das Gespräch mit Gott gerichtet. Im Gebet erfährt sie den Willen Gottes, und betend lässt sie diesen Willen zum Leben ihres Lebens werden. Vergiss das Beispiel Unserer Lieben Frau nicht!
Selig bist du, weil du geglaubt hast – so preist Elisabeth unsere heilige Mutter.
Die Vereinigung mit Gott – das Leben der Gnade in uns – bewirkt immer eine anziehende Art, die natürlichen Tugenden zu üben: Maria trägt die Freude in das Haus ihrer Base, weil sie Christus »trägt«.
»Sancta Maria, Sedes Sapientiae« – Heilige Maria, Sitz der Weisheit. – Rufe unsere Mutter oft mit diesem Stoßgebet an, auf dass sie ihre Kinder – beim Studium, bei der Arbeit, im Umgang mit dem Nächsten – mit der Wahrheit erfülle, die Christus uns gebracht hat.
Maria hat nicht einmal Josef in das Geheimnis eingeweiht, das Gott in ihr gewirkt hatte.
Auch wir wollen uns daran gewöhnen, nicht leichtfertig zu sein. Weisen wir unseren Freuden und unseren Kümmernissen den rechten Weg, ohne Lob oder Mitleid zu heischen. »Deo omnis gloria!« – alles für Gott!
»Er kleidet sich mit der Haut des Teufels, mit dem Hochmut« – dieses harte, aber treffende Wort jenes gottliebenden Mannes über die Arroganz eines Zeitgenossen stimmte mich nachdenklich.
Gleichsam als Kontrast dazu wurde meine Seele von dem Wunsch erfüllt, mich »mit der Tugend zu kleiden«, die Jesus Christus verkündete: »quia mitis sum et humilis corde« – denn ich bin gütig und von Herzen demütig. Diese Tugend ist es, die die Fülle der Begnadung durch die Heiligste Dreifaltigkeit auf Maria, die Mutter Christi und unsere Mutter, herabgerufen hat. Demütig sein … Erkennen und empfinden, dass wir ein Nichts sind.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/book-subject/surco/12786/ (08.05.2026)