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Vergesst nicht, dass es manchmal unmöglich ist, einem Wortwechsel aus dem Wege zu gehen. Aber streitet euch niemals vor den Kindern. Das würde ihnen wehtun, und durch ihre Parteinahme würden sie unbewusst dazu beitragen, eure Uneinigkeit zu vertiefen. Jedoch ist Streiten, wenn es nicht allzuoft vorkommt, auch Ausdruck der Liebe und beinahe notwendig. Oft ist der Anlass, nicht der Grund, dass der Mann müde und überarbeitet heimkommt, oder die Frau erschöpft ist – hoffentlich nicht gelangweilt –, weil sie sich mit den Kindern oder im Haushalt abgeplagt hat, oder aber auch, weil sie mit ihrem eigenen, vielleicht unsteten Temperament zu kämpfen hatte, obwohl ihr Frauen fester im Charakter sein könnt als die Männer, wenn ihr nur wollt.
Meidet den Hochmut, denn er ist der gefährlichste Feind eures ehelichen Lebens: bei euren Streitereien hat keiner von beiden Recht. Derjenige, der gelassener ist, sollte die Verstimmung auf etwas später verschieben helfen. Und später – unter vier Augen – streitet euch nur, denn ihr werdet euch sogleich wieder versöhnen.
Ihr Frauen solltet euch fragen, ob ihr nicht eure persönliche Pflege ein wenig vernachlässigt, und das Sprichwort aus meiner Heimat bedenken: Eine gepflegte Frau hält den Mann von fremden Türen ab. Die Pflicht, liebenswert zu erscheinen wie zu eurer Brautzeit, verjährt nie. Es ist eine Pflicht der Gerechtigkeit, denn ihr gehört eurem Mann; und er darf auch nicht vergessen, dass er euch gehört und während seines ganzen Lebens jene Herzlichkeit wachhalten soll wie zur Zeit, als ihr verlobt wart. Es wäre ein schlechtes Zeichen, würdet ihr jetzt skeptisch lächeln: Es wäre ein offensichtlicher Beweis dafür, dass eure Zuneigung sich in Kälte und Gleichgültigkeit gewandelt hätte.
Text gedruckt bei https://escriva.org/de/es-cristo-que-pasa/26/ (08.05.2026)