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Wir haben versucht, einige Merkmale dieser Familien, in denen sich das Licht Christi widerspiegelt und die deshalb hell und voll Freude sind, zusammenzufassen – Familien, in denen sich die Eintracht der Eltern auf die Kinder, auf die ganze Familie und auf alle anderen Lebensbereiche überträgt. So wird in jeder echt christlichen Familie in einem gewissen Sinne das Geheimnis der von Gott erwählten und als Licht in die Welt gesandten Kirche gegenwärtig.

Auf jeden Christen, gleich welchen Standes er ist, ob Priester oder Laie, verheiratet oder ehelos, treffen die Worte des Apostels in der Lesung vom Fest der Heiligen Familie zu: Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte11. Das sind wir alle, jeder an seinem Platz in der Welt, Männer und Frauen, die Gott erwählt hat, um Zeugnis von Christus abzulegen und um allen unseren Mitmenschen die Freude mitzuteilen, sich Kinder Gottes zu wissen, bei all unseren Fehlern und im Bemühen, sie zu überwinden.

Es ist sehr wichtig, dass der Sinn für die Ehe als Berufung niemals verdunkelt wird: weder in der Verkündigung noch in der Katechese, noch im Bewusstsein derer, die Gott auf diesem Wege haben will, denn sie sind wirklich berufen, an den göttlichen Heilsplänen zur Rettung aller Menschen mitzuwirken.

Deshalb gibt es für die christlichen Eheleute wohl kein besseres Beispiel als das der Familien aus der apostolischen Zeit: den Hauptmann Cornelius, der sich dem Willen Gottes gefügig zeigte und in dessen Haus sich die Öffnung der Kirche gegenüber den Heiden vollzog12, Aquila und Priscilla, die das Christentum in Korinth und Ephesus ausbreiteten und den heiligen Paulus in seinem Apostolat unterstützten13, Tabita, die voll Liebe für die Christen in Joppe sorgte14. Und ebenso die Häuser so vieler Juden und Heiden, Griechen und Römer, in denen die Predigt der ersten Jünger des Herrn Frucht brachte.

Familien, die aus der Kraft Christi lebten und Christus verkündeten; kleine christliche Gemeinschaften, die wie Brennpunkte des Evangeliums waren. Es waren Familien wie so viele andere Familien jener Zeit, aber sie waren von einem neuen Geist beseelt, der alle ansteckte, mit denen sie verkehrten. So waren die ersten Christen, und so müssen wir Christen von heute sein: Säleute des Friedens und der Freude, die Christus uns brachte.

Anmerkungen
11

Kol 3, 12.

12

Apg 10, 24-48.

13

Apg 18, 1-26.

14

Apg 9, 36.

Verzeichnis der Schriftstellen
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