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Ich muss dich wappnen gegen eine List »satans« – absichtlich schreibe ich ihn klein, denn mehr verdient er nicht! Er versucht, sich der ganz gewöhnlichen Umstände zu bedienen, um uns mehr oder weniger von dem Weg abzubringen, der zu Gott führt.

Wenn du kämpfst – wenn du ernsthaft kämpfst –, darfst du dich nicht wundern, dass dich manchmal die Müdigkeit überkommt oder du durch Zeiten hindurch musst, da dir alles »gegen den Strich« geht und du weder geistlichen noch menschlichen Trost findest. Schau hier, was jemand mir vor kurzer Zeit schrieb – ich habe es damals aufbewahrt, weil ich an die naiven Leute dachte, die meinen, die Gnade könne auf die Natur verzichten: »Vater, seit einigen Tagen bemerke ich eine schreckliche Trägheit und Lustlosigkeit bei der Erfüllung meines Lebensplanes; alles tue ich wie gezwungen und innerlich recht teilnahmslos. Beten Sie für mich, damit diese Krise bald vorüber ist; denn ich leide sehr unter dem Gedanken, sie könnte mich vom Wege abbringen.«

Als Antwort schrieb ich nur: Wusstest du nicht, dass die Liebe Opfer verlangt? Lies langsam die Worte des Meisters: »Wer nicht sein Kreuz ›cotidie‹, täglich, auf sich nimmt, ist meiner nicht wert.« Er sagt auch: »Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen …« Der Herr lässt diese Dürre, unter der du leidest, zu, damit du Ihn mehr liebst, damit du einzig auf Ihn vertraust, damit du kreuztragend zum Miterlöser wirst – kurz, damit du Ihn »findest«.

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